Re'eh bedeutet "siehe", so wie in dem ersten Vers unseres Wochenabschnitts es heißt: "Siehe, ich gebe euch heute einen Segen und einen Fluch". Was genau verlangt die Thora, indem sie uns ermahnt, G"TTES Segen und Fluch zu "sehen"?
Allgemein gesprochen, kann eines jeden Akzeptanz des Judentums in drei Kategorien unterteilt werden:
Schlichter Gehorsam: Auf dieser Ebene ist eine Person gewillt, die Mitzwoth zu erfüllen, weil sie sich einer höheren Autorität bewusst ist. Wie auch immer, auf dieser Ebene ist die betreffende Person nicht durch ein (wie auch immer geartetes) Verständnis bzw. einer intellektuellen Wertschätzung der Thora inspiriert, sie akzeptiert ganz einfach das "Joch des Himmels".
Intellektuelle Wertschätzung: Auf dieser Ebene erfüllt eine Person die Mitzwoth nicht mehr nur durch die Unterwerfung unter eine höhere Macht, sondern auch durch ein Verständnis der Wichtigkeit der Mitzwoth und deren Segen und positiven Einflüsse auf die Welt. Wie dem auch sei, selbst diese Ebene ist noch nicht eine für den Menschen vollkommene. Intellektuelle Wertschätzung allein - obgleich extrem machtvoll - lässt immer noch viel Raum zur weiteren Erforschung, sie ist noch nicht die letzte Stufe. Daher ist noch eine weitere Kategorie nötig.
Vision: Auf dieser Ebene wird eine Person Thorakonzepte nicht mehr nur anhand ihres Intellekt wertschätzen oder nur aufgrund ihres Gehorsams auf sich nehmen, sie wird sie buchstäblich SEHEN können. Die Notwendigkeit und die positiven Einflüsse von Mitzwoth werden so klar und offenbar sein, wie ein physisches Objekt, welches sich unmittelbar und sichtbar vor einem befindet. Und so ist es auch diese "dritte" Ebene, die unsere Parascha uns vorlegt und jeden einzelnen Juden dazu ermutigt, diese Ebene tatsächlich zu erreichen, wie es heißt: "Siehe, ich gebe euch heute einen Segen und einen Fluch".
Schabbat Schalom!* basierend auf Sichas Schabbos Paraschat Re'eh 5743.






