Tetzaveh, der Wochenabschnitt, der diesen Schabbat gelesen wird, behandelt hauptsächlich die Vorschriften über die Gewänder, welche die Priester während ihres Dienstes im Mischkan (dem Stiftszelt) zu tragen hatten. Dies erscheint auch als eine logisch Fortsetzung des letzten Wochenabschnitts Teruma, in dem sich alles um den Bau des Mischkan und seiner Einrichtungen selbst dreht. Doch dann, am Ende dieser Parascha, nachdem die Gewänder der Priester genau beschrieben werden, erwähnt die Torah eine zentrale Einrichtung des Mischkan, nämlich den goldenen Altar (den Misbeach HaSahav), auf dem die Räucheropfer (die Ketoret Besamim) dargebracht wurden. Es handelt sich dabei offensichtlich um die Beschreibung einer Einrichtung des Mischkan, die auf den ersten Blick in den letzten Wochenabschnitt Teruma logischerweise gehört hätte, nicht zuletzt wird in Teruma schliesslich auch der kupferne Altar (der Misbeach Nechoschet) erwähnt, auf dem alle anderen Opfer (d.h. Korbanot) dargebracht wurden.
Warum nimmt der goldene Altar hier eine Sonderstellung ein?
Das hebräische Wort für Opfer "Korbanot" ist mit dem hebräischen Wort "Kiruv", was Annäherung bedeutet, verwandt. Dies lässt den Schluss zu, dass das Darbringen von Opfern, dazu diente, Menschen G"TT gegenüber näher zu bringen. Wie auch immer, der Begriff Annähern implementiert selbst die Existenz von Getrennt Sein. Wenn sich zwei Entitäten einander annähern, bedeutet dies letztlich, dass sie immer noch voneinander getrennt sind. Erst durch ihre vorhandene Trennung voneinander können sie sich letztlich einander annähern.
Das Wort "Ketoret" (Rauch/Räucherwerk) ist mit dem Begriff für Verbindung verwandt. Die Wurzel des aramäischen Wortes "Ketar" wird im Hebräischen mit "Kescher", dem Wort für Knoten oder Verbindung, übersetzt. Das heißt, dass wir bei dem Räucheropfer nicht mehr von zwei separaten Entitäten sprechen, die sich einander annähern aber letztlichvoneinander getrennt bleiben, vielmehr von zwei Entitäten die sich miteinander verbinden und eins miteinander werden. Die Darbringung der Räucheropfer war also ein Prozess, der, nachdem durch die Korbanot bereits eine Annäherung stattfand, eine Verschmelzung zwischen G"TT und Mensch bewerkstelligt wurde. Das Räucheropfer, welches vom Hohepriester dargebracht wurde, war auch aus diesem Grund der "kritischste" bzw. "gefährlichste" Teil des Dienstes im Mischkan. Selbst ein geringster technischer Fehler in diesem Prozess oder die geringste Ermangelung der nötigen spirituellen wie auch körperlichen Reinheit, hätte den Tod des Hohenpriesters bedeutet. Andererseits hatte dieser Teil des Dienstes auch zurFolge, dass außer G"TT und der Hohepriester kein anderes Wesen anwesend sein durfte, selbst die höchsten Engel waren hierbei verbannt.
Um diese besondere Stufe des Dienstes im Mischkan hervorzuheben, wurde der goldene Altar an einer herausgehobenen Stelle in der Torah platziert. Dieser besondere Teil des G"TTESdienstes lehrt uns aber auch etwas für jede einzelne Mitzwa, die wir erfüllen: So wie der Hohepriester die Ketoret in absoluter "Privatsphäre", ganz ohne öffentliche Aufmerksamkeit vollzog, so sollen wir jede einzelne Mitzwa vollführen, ausschließlich G"TTES Wille im Sinn und ohne mit jeglicher öffentlichen Anerkennung zu spekulieren.
Schabbat Schalom!
* Basierend auf Likutei Sichot.






