Mittwoch, den 20. Juli 2011 um 15:17 Uhr
- zwölf Stäbe und das Exil
Die dieswöchige Parascha beginnt mit: "Und Mosche sprach zu den Anfuehrern der Stämme [Bamidbar 30:2]. Die Thora benutzt für Stämme hier den hebräischen Begriff "Matot", der sich ebenfalls mit "Stöcke" übersetzen lässt.
Ein Stock, so könnte man sagen, ist ein Stück von einem Baum, das den Preis dafür zahlt, von diesem getrennt zu sein. Tatsächlich würde man wohl kaum einen Stock mit dem grünen, frischen Trieb eines Baumes gleichsetzen. Seine einst flexible und biegsame Form hat sich zu einem harten und unbiegsamen Stab gewandelt, seine poröse und geschmeidige Rinde hat sich verholzt; aus dem einst jungen Ast wurde eben ein Stock.
Man könnte aber auch sagen, dass ein Stock ein Stück von einem Baum ist, welches gelernt hat, von diesem getrennt zu sein. Der einst zarte Spross besitzt nun Rückgrat und Statur; er hat gelernt, sich selbst zu behaupten - er wird nicht mehr von jeder Brise beziehungsweise jedem Windstoss beeinflusst. Die Zeit in der Kälte der Isolation hat ihn hart und wiederstandsfähig gemacht; er wandelte sich zu einem wiederstandsfähigen, starken Stab.
Die Thora verwendet zwei Begrieffe für die Stämme Israel: Schewatim und Matot. Während "Schewet" soviel wie "Rute" oder "Zweig" bedeutet, steht "Mateh" vielmehr für "Stock" beziehungsweise "Stab". Beide Begriffe drücken grundsätzlich den Gedanken aus, das die Stämme Israel, Äste vom "Baum des Lebens" sind - Sprösslinge der ultimativen Quelle aller Existenz. Beide Begriffe repräsentieren aber auch die verschiedenen Beziehungsebenen eines Juden zu seinen Wurzeln.
Der "Schevvet" lässt offen seine Verbundenheit mit seinen Wurzeln erkennen; der Zweig ist fest mit dem Baum verbunden, und der Lebenssaft fliesst durch seine Adern. Der Schewet symbolisiert somit einen Juden, der eine offenkundige Beziehung zu G"TT unterhält, getragen von einem sichtbaren G"ttlichen Einfluss in seinem Leben. Der Schewet symbolisiert somit auch die Zeit vor der Galut (vor dem Exil) - eine Zeit, in der die G"ttliche Gegenwart inmitten des Jüdischen Volkes weilte.
Donnerstag, den 14. Juli 2011 um 14:14 Uhr

- "Pinchas ist Elijahu"
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Die Parascha Pinchas beginnt mit G"TTES Wort an Mosche Rabeinu, dass "Pinchas... Meinen Zorn vom Juedischen Volk abgewendet hat, indem er Meinen Eifer unter ihnen eiferte." [Bamidbar 25: 11-12]. Pinchas Verhalten beinhaltete Selbstaufopferung, da er sich mit seiner Tat auch den Zorn des Stammes Schimon auf sich zog, dessen Angehoerige ihm nach dem Leben trachteten [Siehe auch Sifri und Tanchuma, am Ende of Paraschat Balak; Traktat Sanhedrin 82b].
Nach Beendigung der Geschichte von Pinchas, berichtet die Thora von der Teilung von Eretz Israel sowie der Ernennung von Jehoschua als Anfuehrer fuer den Einzug in das Heilige Land. Die Parascha endet schliesslich mit einem Abschnitt ueber verschiedene Opfer, von denen ein Teil nur in Eretz Israel dargebracht werden konnte [siehe Traktat Menachot 45b; Sebachim 111a].
Da all dies im Wochenabschnitt, der nach Pinchas benannt ist, Erwaehnung findet, folgt daraus, dass der Einzug ins Heilige Land sowie all die mit ihm verbundenen Angelegenheiten mit der Aufopferung von Pinchas in Verbindung steht. Worin liegt diese Verbindung?








