Mittwoch, den 30. November 2011 um 16:14 Uhr

"Er nahm von den Steinen des Ortes und legte sie um (bzw. unter) seinen Kopf, und legte sich dort schlafen." [Bereschit 28:11].
Warum bettete Jaakov Avinu seinen Kopf zum Schlafen ausgerechnet auf Stein?
( 1 Vote )
Die Gemara besagt (in Traktat Baba Kamma 30a): "Wer ein Chassid (d.h. ein frommer Mensch) sein moechte, solle die Gesetze von "Nesikin" (woertlich uebersetzt: "Schaedigungen") beachten" - mit anderen Worten: Er soll sich davor hueten, anderen irgendeinen Schaden, sei es am Koerper, sei es am Eigentum, zuzufuegen; Raba (Raba bar Josef bar Chama) sagte aus, der Mensch solle die "Avot", d.h. die Sprueche (bzw. Weisheiten) der Vaeter - bekannt auch als das Buch der Ethik - beachten; andere wiederum sagen, der Mensch solle die Gebote der "Berachot" (d.h. der Segnungen) beachten, und dadurch die Allmacht G"TTES anerkennen, IHN preisen, sowie sich bei IHM fuer alles im Leben dankbar zeigen. Das hebraeische Wort fuer Stein - "Even" - ist auch ein Akrostichon, gebildet aus den Begriffen "Avot, Berachot und Nesikin."
Als sich Jaakov Avinu darauf vorbereitete, in die Welt der Fremde hinauszuziehen, beschloss er zunaechst, als "Chassid" zu gehen. Das Platzieren der Steine um, bzw. unter seinen Kopf kann also insofern auch als ein Ausrichten seiner Gedanken nach allen drei zuvor genannten Bestrebungen - Avot, Berachot und Nesikin - verstanden werden.
Vereint unterstreichen diese drei Fundamente des Judentums, dass jedes von ihnen gleichsam wichtig ist, und dass sich mit allen drei gemeinsam ein "beit Elokim" - ein "Haus G"TTES" - bauen laesst.
Darueber hinaus kann man auch sagen, dass "Berachot" - Anerkennung von sowie Dankbarkeit gegenueber G"TT - ein Hinweis auf die Beziehung zwischen G"TT und Mensch ist; "Nesikin" - die Obhut im Umgang mit anderen - repraesentiert demnach die Beziehung zwischen Menschen untereinander. Um jedoch beispielhaft zu sein, bedarf es noch diese beiden Bereiche mit den Lehren unserer Vorfahren - mit den "Avot" - in Einklang zu bringen.
Schabbat Schalom!
Freitag, den 02. September 2011 um 15:33 Uhr
( 2 Votes )Dieser Wochenabschnitt beinhaltet zahlreiche Ge- und Verbote:
- Gerichtshöfe in Städten einzurichten, mit oberstem Gerichtshof in Jerusalem
- Nach Inbesitznahme Israels einen König zu bestimmen
- Einem Kohen von jeder Schlachtung seinen Anteil zu geben; auch wird er für seine Arbeit im Tempel durch verschiedene Anteile der Opfer bezahlt
- Volles Vertrauen zu G“tt zu haben und somit sich nicht mit mystischen Kräften und Zaubereien zu beschäftigen
- Verbot, falsche Zeugenaussagen zu leisten und die Strafe dafür
- Armeeberufung: keine Pflicht für jemanden, der soeben geheiratet hat, ein neues Haus bezogen, eine neue Rebe gepflanzt hat
- Vor der Kriegsentscheidung zu versuchen, den Konflikt in Frieden zu lösen
- Selbst im Krieg ist es verboten, Obstbäume zu zerstören
- Beim Fund eines unbekannten Toten zwischen Städten sühnt die am nächsten gelegene Stadt für ihn
„Dwar“ der Woche
Die Tora lehrt uns in Vers 20:19, keine Obstbäume zu fällen und dies auch zu beachten, wenn wir uns im Krieg befinden und Holz benötigen. Stattdessen solle man anderes Holz suchen. Eine Idee, die dem herkömmlichen Verhalten im Krieg stark widerspricht.
Tatsächlich möchte uns die Tora an dieser Stelle vor willentlichen Verschwendungen und Missbrauch der Umwelt warnen. Die Welt wurde durch G“tt erschaffen und der Menschheit übergeben, „sie zu bearbeiten und zu bewachen.“ Die Tora lehrt uns nicht nur an dieser Stelle, immer Hochachtung und Respekt vor den Geschöpfen und Schöpfungen G“ttes zu haben. Extreme Situationen können entstehen, jedoch verschwindet die Verantwortung des Menschen nicht.
„Konzept" der Woche
Bei genauer Betrachtung unserer Parascha erkennen wir, dass alle aufgeführten Gesetze mit dem Aufbau einer funktionierenden Gesellschaft in Israel zu tun haben. Ob es sich um das Gebot handelt, Gerichte zu installieren oder einen König in Israel zu benennen – alles gehört zur Infrastruktur einer Gesellschaft, deren Mitglieder sich einander gegenüber sozial verhalten. Bevor wir nach Eretz Jisrael einziehen, müssen diese Grundsätze klar dargelegt werden. Dazu gehören auch die Regeln der Kriegsführung. Aber dazwischen werden uns Gebote genannt, die auf Anhieb nicht erkennen lassen, was sie mit dem Aufbau der idealen Gesellschaft zu tun haben. Es handelt sich dabei um die Gesetze, sich nicht mit Zauberei oder mit mystischen Dingen zu beschäftigen.
In Vers 18:13 heißt es: „Vollkommen sollst du sein mit deinem G“tt.“ In diesem Vers steckt der Grund, warum wir uns nicht mit solchen Dingen befassen dürfen. Denn wir sollen einen vollkommenen Glauben haben. Es ist verboten, sich die Zukunft vorhersagen zu lassen oder die Sterne zu betrachten, um zu sehen, wie sich die Dinge genau in der Zukunft entwickeln werden. Was bedeutet das Wort „tam – vollkommen“?








