28 Iyyar 5772 - Sonntag, 20. Mai 2012
Zum Andenken an unseren Vater David Yossi ben Abba. M. und S. Rubinstein.  (Widme diese Leiste deinen Nächsten)

Ein Wort zum Wochenabschnitt

Bevor nach Jerusalem übersiedelete Avichaj Schäfer, lebte er in Frankfurt. Er war und bleibt ein Fan der Jewish Experience. Avichaj ist so freundlich uns mit seinem Beitrag zum Torahabschnitt am Laufenden zu halten.
Falls Ihr Fragen zu seinem Wochenblatt habt, dann kontaktiert ihn bitte. Gerne wird er sich mit dir in Verbindung setzen, um deine Fragen zu beantworten.

 

 

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Wo sich die Kundschafter irrten?

Im Chassidismus [s. Likutei Thora, zu Beginn von Parschat Schelach] wird die Suende der Kundschafter dahin gehend erklaert, dass jene viel lieber in der Wueste Sinai bleiben wollten, anstatt ins Heilige Land Israel zu ziehen, weil sie sich nicht mit weltlichen Dingen herumplagen wollten. In der Wueste waren sie naemlich von allen irdischen Sorgen befreit. Den Menschen wurden alle ihre materiellen Beduerfnisse in wundersamer Weise, sozusagen wie von selbst, erfuellt - sogar ihre Kleidung ist mit ihnen mitgewachsen, wie unsere Weisen s.A. es berichten [s. Jalkut Schimoni, Raschi's Kommentar zu Dewarim 8:4, "eure Kleider zerschlissen nicht"].

Das Juedische Volk wusste, dass wenn es erst einmal in Eretz Israel angekommen waere, wuerde das Manna nicht mehr vom Himmel kommen sowie die Wasserquelle Miriams sie nicht mehr begleiten. Stattdessen wuerden sie ihr Auskommen durch "das Brot der Erde", fuer welches sie hart arbeiten muessten, haben.

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Die Parascha in Kürze
  • Das Gebot den Mischkan, den Vorläufer des Tempels, in der Wüste zu errichten: ein Platz um Opfer darzubringen
  • Der Mischkan sollte verschiedene Gerāte beherbergen, die dafür gefertigt werden mussten, darunter die heilige Bundeslade, die zur Aufbewahrung der Gesetzestafeln diente, ein Tisch, auf den die Schaubrote gelegt wurden, sowie die Menora, die täglich zu zünden war
  • Der Bau musste aus speziellem Zedernholz getätigt und mit verschiedenen Stoffen bedeckt werden
  • 2Ein Altar sollte im Vorhof des Mischkans errichtet werden

„Konzept“ der Woche

Am Beginn unserer Parascha werden alle Materialien aufgeführt, die zum Bau des Mischkans, des Stiftszeltes, benötigt werden. Edelmetalle, wertvolle Wolle und Stoffe, Tierhäute, Hölzer, Öl und Gewürze werden genannt. Es fehlen allerdings die Dinge, die man später für die Arbeit im Tempel brauchen wird, wie z.B. die Tieropfer. Eine Ausnahme sehen wir jedoch in der Erwähnung des Öls und der Gewürze, denn sie werden für den Betrieb der Menora und des Altars benutzt. Warum sind sie aufgelistet, obwohl sie nichts mit dem eigentlichen Bau des Mischkans zu tun haben?

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Grußwort

Allen unseren Lesern und Leserinnen wünschen wir ein Chag Pessach kascher vesameach. Mögen wir alle schon baldmöglichst die wahre Erlösung zusammen in Freude und Gesundheit erleben.

Torah_scrollEin Gedanke zum Pessach-Fest

Wie kommt es, dass viele Juden, die das ganze Jahr nicht alle Mitzwot halten, dennoch den Sederabendfeiern? Warum ist dieser Abend so anders als allea nderen Abende, dass er fast zum Nationalfeiertag geworden ist? Der Talmud erörtert die Meinungsverschiedenheiten, wie die Haggada zusammenzustellen sei. Man ist sich einig, dass man mit dem Unglück der Nation beginnen muss, aber fragt sich, wo man in der Geschichte beginnen soll. Fängt das Exil schon an, als Jakow bei Lawan war, der versucht hat, ihn zu töten? Oder lag der Beginn des wahren Exils beim sich in Ägypten Niederlassen?

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"....Erhebe Dich, G"TT...."; die beiden Verse [Bamidbar 10: 36-36] sind im Originaltext durch zwei umgekehrte hebraeische Buchstaben (Nun) eingeklammert. Unsere Weisen s.A. besagen hierzu, dass die beiden umgekehrten Nun das Buch Bamidbar in drei Teile teilen: 1.) Alles vom Beginn von Bamidbar bis zum ersten umgedrehten Nun, 2.) die beiden Verse zwischen den umgedrehten Nun, und 3.) alles vom zweiten umgedrehten Nun bis zum Ende des Buches Bamidbar -  im Endeffekt ergeben sich hierdurch sieben Buecher der Thora, anstatt der ueblichen Einteilung in fuenf Buecher.

Die Zahl Sieben steht unter anderem fuer die sieben emotionalen Sefiroth (Chesed, Gevurah, Tiferet, Netzach, Hod, Yesod, sowie Malchut), waehren die Zahl Fuenf nur fuer die ersten fuenf dieser Sefiroth. Die sieben emotionalen Sefiroth lassen sich indes in fuenf und zwei unterteilen, da die ersten fuenf den eigentlichen "Inhalt" von Emotionen ausmachen, waehrend die letzten beiden fuer die Auswirkungen dieser Emotionen stehen. Die ersten fuenf Sefiroth sind also Emotionen an und fuer sich, waehren die letzten zwei Sefiroth emotionale Wirkungen auf andere darstellen - die letzten beiden repraesentieren demnach die Aussenwelt; ein "Nach-aussen-kehren G"ttlichen Bewusstseins", um sozusagen G"ttlichen Emotionen in dieser Welt Ausdruck zu verleihen. Relativ gesehen, repraesentieren die ersten Sefiroth also Selbstveredelung, waehrend die letzten beiden eine Veredelung der Aussenwelt.

Betrachtet man die Thora nun als Werk von fuenf Buechern, erkennt man in der Thora G"TTES Weisheit und Wille; unterteilt man die Thora jedoch in sieben Buecher, sieht man, wie die Thora auch die niederen Bewusstseinsdimensionen umfasst - sprich: Die Revolten, die in Bamidbar nach dem zweiten Nun erwaehnt werden, sowie Mosche Rabeinu's Zurechtweisungen im Buch Dewarim.

Die sieben Buecher der Thora spiegeln sich indes auch in den sieben Lichtern der Menorah wieder, welche am Anfang dieser Parascha Aharon aufgetragen wurden zu entzuenden. Betrachtet man die Thora dementsprechend als Werk von sieben Buechern, inklusive der weniger schmeichelhaften Episoden im sechsten und siebten Buch, entspricht dies genau dem Auftrag Aharons, naemlich alle sieben Arten von Seelen - selbst die niedersten - mit dem Licht der Thora zu entzuenden.

Die Schnittstelle zwischen den vier ersten "Buechern", die von immanenter Heiligkeit gepraegt sind, und den beiden letzten "Buechern", welche die unteren Bewusstseinsebenen erheben sollen, liegt im fuenften "Buch": Die beiden Verse ("....Erhebe Dich, G"TT....") beschreiben, wie die Heilige Bundeslade den Weg durch die Wueste ebnet und dabei die Kraefte des Boesen neutralisiert. Indem wir uns durch die Thora leiten lassen, gewinnen wir die Kraft zur Ueberwindung aller Gefahren, indem wir die unteren Bereiche unseres Bewusstseins erheben und jene in Heiligkeit verwandeln.

Schabbat Schalom!

* basierend auf den Lehren des Lubavitcher Rebben

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Der Wochenabschnitt Naso wird stets entweder direkt vor oder nach Schawuot gelesen, was ein Indiz dafuer ist, dass das vorherrschende Thema dieser Parascha einen starken Bezug zum Empfang der Torah, der an Schawuot gefeiert wird, hat.

Die Torah wurde allerdings bereits gelehrt und gelernt, lange vor dem Empfang am Berg Sinai im Jahre 2448. Unsere Weisen lehren uns, dass unsere Vorvaeter Avraham, Yitzhak und Jaakov Experten in der Torah waren. Und selbst davor noch war Schem, Sohn Noah's, ein Rosch Yeschiva, ein Leiter einer Torah-Lehranstalt.

Nichts desto trotz war der Empfang der Torah am Berg Sinai nicht nur eine blosse Formalitaet, bei der die Torah nun "ganz offiziell" dem juedischen Volk uebergeben wurde. Am Berg Sinai fand vielmehr eine signifikante Veraenderung statt, bei der die Spiritualitaet der Torah mit der physischen Welt hier unten miteinander kompatibel gemacht wurde. Der Midrasch erklaert hierzu, dass vor dem Empfang der Torah, G"TT es vorgesehen hat, dass Spiritualitaet (d.h. die "oberen Welten") und Koerperlichkeit bzw. Physikalitaet (d.h. die "unteren Welten") keine anhaltende Verbindung miteinander haben koennen, mit dem Empfang der Torah am Berg Sinai wurde dieses G"ttliche Dekret aufgehoben [Midrasch Tanchuma, Naso 16].

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