28 Iyyar 5772 - Sonntag, 20. Mai 2012
Zum Andenken an unseren Vater David Yossi ben Abba. M. und S. Rubinstein.  (Widme diese Leiste deinen Nächsten)

Ein Wort zum Wochenabschnitt

Bevor nach Jerusalem übersiedelete Avichaj Schäfer, lebte er in Frankfurt. Er war und bleibt ein Fan der Jewish Experience. Avichaj ist so freundlich uns mit seinem Beitrag zum Torahabschnitt am Laufenden zu halten.
Falls Ihr Fragen zu seinem Wochenblatt habt, dann kontaktiert ihn bitte. Gerne wird er sich mit dir in Verbindung setzen, um deine Fragen zu beantworten.

 

 

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"Avraham kam, um Sarah zu betrauern und zu beweinen" [Bereschit 23:2].

Bei dem Wort "Velivkotah", was "um sie zu beweinen" bedeutet, wird an dieser Stelle in der Thora der Buchstabe Kaf kleiner geschrieben als die anderen Buchstaben - wieso?

Avraham Avinu hatte mit Sarah Imeinu neben ihrem gemeinsamen Sohn Yitzhak auch eine gemeinsame Tochter namens Bakol [siehe Traktat Baba Batra 16b]. Als Avraham mit Yitzhak nach dem Berge Moriah aufbrach, blieb Bakol bei ihrer Mutter Sarah. Doch als Sarah von der Akedah vernahm und daraufhin verstarb, starb auch Bakol, ihre Tochter.

Das Wort "Velivkotah" deutet ebenfalls auf diese Begebenheit hin. Ohne das Kaf, bleibt das Wort "U'lebitah" uebrig, was soviel wie "und (um) ihrer Tochter" bedeutet - mit dem Kaf lesen wir dagegen eben "Velivkotah", dass heist "um sie zu beweinen". Avraham Avinu tat beides: Er beweinte sie (Sarah) - Velivkotah - und ebenso ihre Tochter - U'lebitah -, die zur selben Zeit starb.

Dem Ba'al Haturim (Rabbeinu Jacob Ben Asher, 1269-1340) zufolge, ist das kleine Kaf in "Velivkotah" ein Hinweis darauf, dass Avraham Avinu nicht sehr viel weinte. Die Leseweise, bzw. Ansicht, dass die Akedah an Yom Kippur stattfand [siehe Vayikra Rabbah 29:9; Perusch Rakanti], mag diese Zurueckhaltung erklaeren: Von Avraham's Heim aus, bedarf es einer Dreitagesreise bis zum Berg Moriah, wie geschrieben steht, "am dritten Tag sahen sie den Ort von ferne" [Bereschit 22:4]. Demnach dauerte die Rueckreise Avraham Avinu's von der Akeda, vom 11ten bis zum 13ten Tischrei, so dass die Beisetzung Sarah's am 14ten Tischrei, dass heisst an Erev Sukkoth, stattfand. Da Avraham Avinu schliesslich nur einen Tag zum Trauern blieb, naemlich bis Sukkoth, konnte er nicht viel weinen.

Schabbat Schalom!

* basierend auf den Lehren des Lubavitcher Rebben
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Die Parascha in Kürze
  • Mosche hält kurz vor seinem Tod und dem Einzug des Volkes nach Eretz Israel vor ganz Am Israel eine Rede – über die Ereignisse der vergangenen 40 Jahre wird berichtet:
  • Das Fehlverhalten der 12 Kundschafter, dessen Folge die vierzigjährige Wanderung in der Wüste statt des direkten Einzugs ins Land war. Nur zwei Männer, die in Ägypten waren – Kalew und Jehoschua - dürfen ins Land einziehen
  • Weitere Stationen der Wüstenwanderung werden aufgezählt
  • Die siegreichen Kriege mit Sichon und Og und die Weisung an Jehoschua, daraus Mut zu schöpfen, das Land Kanaan einzunehmen.

Torah_scroll„Konzept“ der Woche

Mosche fängt das neue Buch an und erzählt den Juden alle Geschehnisse der 40 Jahre in der Wüste. Er erwähnt, wie ihm die Arbeit zu viel geworden ist. „Ich kann euch alleine nicht tragen …. Wie soll ich alleine eure Last und euren Streit tragen?“ (1:8 und 12). Mosches Aussage beginnt mit dem Wort „ejcha“, was „wie" bedeutet.

Dieses Wort, bemerken unsere Weisen, wird auch von zwei Propheten benutzt. Jeschajahu fragt sich: „Wie hat sich Jerusalem zu einer Stadt der Unzucht entwickelt?" (Jeschajahu 1:21) und direkt danach fragt der Prophet Jirmijahu, nachdem man Jerusalem schon zerstört hatte: „Wie ist diese Stadt so leer geblieben…?" (Eicha 1:1) Alle haben sich zu verschiedenen Ereignissen dieselbe Frage gestellt! Wie konnte dies überhaupt geschehen! Eine ganz einfache Frage, aber eine sehr schwerwiegende!

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Die Offenbarung, von der wir in Parschat Vayeira erfahren, ist mit Heilung verbunden.

Avraham Avinu litt noch unter den Schmerzen seiner Beschneidung, als G"TT "den Kranken besuchen" kam [Sotah 14a], und mit Seinem Besuch Avraham heilte [Ramban zu Genesis 18:2; Likkutei Sichot, Bd. 5, S. 84].

Um dieses Phaenomen zu erklaren: Das hebraeische Wort "Choleh", was soviel wie "von Krankheit befallen" bedeutet, hat den numerischen Wert (bzw. die Gematria) von 49 [Ta'amei HaMitzwot  HaAriZ"L, Parschat Vayeira]. Unsere Weisen s.A. [Rosch HaSchanah 21b] sprechen von "50 Pforten der Einsicht", die den Menschen zur Erkenntnis G"TTES fuehren. Im Rahmen der sterblichen Erkenntnis ist es jedoch nur moeglich, 49 jener Pforten zu durchschreiten. Die 50ste Pforte liegt per Definition ueber dem menschlichen Verstand.

Ein Mensch, der die 49ste Pforte der Erkenntnis erreicht hat, ist sich dieser Begrenztheit bewusst und verspuert den Wunsch, ueber diese Grenze hinaus zu gelangen. Der Umstand jedoch, dass es ihm seine menschliche Natur nicht ermoeglicht, macht ihn krank; es quaelt ihn das Verlangen nach einer vollkommenen Verbindung zu G"TT. Koenig Salomon beschrieb dieses Leiden anhand von folgendem Gleichnis [Hohelied 2:5; siehe auch Or HaThora, Parshat Vayeira, 88b]: "Staerkt mich mit Koestlichkeiten, erfrischt mich mit Aepfeln, denn ich bin krank vor Liebe."

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Bevor es zu einem erwaehlten Volk, zu einer erleuchteten Nation wurde, so berichtet uns die Thora, musste das Juedische Volk durch den "Schmelztiegel Aegypten" gehen. Fuer 210 Jahre lebten die Kinder Israel als "Fremde in einem Land, welches nicht das ihre ist"; die letzten sechsundachtzig Jahre davon als Sklaven harter Zwangsarbeit unterworfen, hauptsaechlich mit der Herstellung von Lehmziegeln.Warum eigentlich Lehmziegel? Nichts in G"TTES Welt ist zufaellig - und schon gar nicht, wenn es sich  um die Geschichte Seines Volkes Israel handelt. Wenn wir sprichwoertlich in den Lehmziegeloefen Aegyptens zu einer Nation geformt wurden, dann ist der Lehmziegel ein bedeutsames Symbol fuer unsere Aufgabe im Leben.

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Die Parascha in Kürze
  • Es werden alle Stationen in der Wüste von Am Israel aufgezählt.
  • Es werden die genauen Grenzen Israels festgelegt.
  • Jemand, der einen Menschen unabsichtlich getötet hat, muss in Zufluchtsstädte fliehen und sich so vor der Strafe schützen. Diese Orte werden jetzt festgelegt und vorbereitet.

Torah_scroll„Konzept“ der Woche

In diesem Wochenabschnitt lesen wir über die Zufluchtsstädte, die ערי מקלט , in die sich ein Mörder flüchten kann. Es werden ebenso die Untaten aufgeführt, für die das Gesetz die Bestrafung durch das Leben in einer Zufluchtsstadt, die ihn vor dem Bluträcher schützt, vorsieht. Wir müssen uns allerdings fragen, warum die Gesetze über Mord und Todschlag ausgerechnet an dieser Stelle stehen, wo die Tora doch gerade von den Grenzen Eretz Jisraels und von der Errichtung der 48 Städte für den Stamm Levi gesprochen hat. Man könnte sagen, weil sechs der 48 Städte als Zufluchtsstädte designiert werden, werden die damit verbundenen Gesetze auch nebenbei erwähnt. Aber es gibt einen tieferen Sinn.

Durch die Verteilung Eretz Jisraels auf die zwölf Stämme wird jedem Stamm und jeder Familie ein Anteil am Land und damit ein Besitz zugesprochen. Der Besitz des Landes ermöglicht es Jedem, durch die Bearbeitung des Bodens seine Existenz zu garantieren. Wenn jemand aber einen anderen Menschen tötet, bedeutet das, dass er sich so über den Anderen erhaben fühlt, dass er ihn auslöschen möchte und damit seine Existenz über die Existenz des Anderen stellt.

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