28 Iyyar 5772 - Sonntag, 20. Mai 2012
Zum Andenken an unseren Vater David Yossi ben Abba. M. und S. Rubinstein.  (Widme diese Leiste deinen Nächsten)

Ein Wort zum Wochenabschnitt

Bevor nach Jerusalem übersiedelete Avichaj Schäfer, lebte er in Frankfurt. Er war und bleibt ein Fan der Jewish Experience. Avichaj ist so freundlich uns mit seinem Beitrag zum Torahabschnitt am Laufenden zu halten.
Falls Ihr Fragen zu seinem Wochenblatt habt, dann kontaktiert ihn bitte. Gerne wird er sich mit dir in Verbindung setzen, um deine Fragen zu beantworten.

 

 

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Im Wochenabschnitt "Bo" lesen wir: "Vayehi Be'etzem Hayom Ha'ze Yazu Kol Tzivot HaSH"M Me'eretz Mitzrayim" (an diesem Tag zogen alle Legionen G"TTES aus Aegypten aus). An dieser Stelle nennt die Thora das Juedische Volk "Tzivot HaSH"M". Tzivot ist die Mehrzahl von Tzava. Tzava hat drei verschiedene Bedeutungen: a.) eine Armee; b.) Schoenheit; c.) ein bestimmtes Maass an Zeit.Sobald G"TT das Juedische Volk aus Aegypten herausfuehrt, nennt ER es Tzivot HaSH"M, entsprechend der drei vorgenannten Bedeutungen beziehungsweise Grundlagen:

a.) Juden sind von nun ab Bestandteil der Armee G"TTES. Die erste Regel in einer Armee ist es, Anweisungen zu befolgen, ohne wenn und aber. In gleicher Weise hat uns G"TT Mitzvot gegeben, die wir zu befolgen haben, ganz gleich, ob wir sie verstehen oder nicht.

b.) Jeder von uns ist mit einem individuellen Charakter erschaffen worden. So ist jeder einzelne Jude fuer G"TT schoen und bedeutsam. Jedes Individuum hat seine eigene Aufgabe im Leben, die auch nur er oder sie zu erfuellen vermag. Es reicht nicht aus, dass "irgend jemand" diese Aufgabe erfuellt. Jeder Jude, jede Juedin muss die ihm bzw. ihr obliegenden Mitzvot fuer sich selbst erfuellen. Die "Schoenheit" des Juedischen Volkes als gesamtes haengt somit von jedem einzelnen Juden ab; so wie ein Gemaelde unvollstaenig waere, fehlte ihm auch nur eine einzige Farb-Nuance.

c.) G"TT gibt jeder Person nur eine bestimmte, limitierte Zeit, in der sie ihre Aufgabe im Leben erfuellen kann. Daher duerfen wir keine Gelegenheit fuer eine Mitzva bzw. gute Tat bei Seite liegen lassen, denn wir wissen nicht, ob wir die Chance, diese Mitzva zu erfuellen, noch einmal erhalten. Jeder Tag, jeder Augenblick, den uns G"TT in dieser Welt schenkt ist eine Segnung. Wir sollten dieses Geschenk hoch schaetzen und die uns geschenkte Zeit mit Weisheit nutzen.

Schabbat Schalom!
* basierend auf Ma'amar Hayoshevet Baganim 5710, Toras Menachem - Sefer Hamamarim Melukot, Vol. 2,
Sefer Hamamarim Basi Legani Vol. 1.

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Die dieswoechige Parascha "Beschalach" endet damit, wie das Volk Amalek das Juedische Volk angreift, als es gerade aus Aegypten heraus kommt. G"TT versprach, gegen Amalek in jeder Generation vorzugehen und es auszuloeschen. Aus praktischer Sicht, hat dieses Thora-Konzept in der heutigen Generation jedoch kaum eine signifikante Bedeutung mehr, da wir Amalek als identifizierbares Volk nicht mehr lokalisieren koennen. In spiritueller Hinsicht jedoch ist das Konzept von Amalek so aktuell wie seit jeher.

Raschi vergleicht den Angriff Amaleks auf das Volk Israel mit einem gluehend heissen Bad, in welches sich niemand hineinzubegeben traut, bevor nicht eine Person hineinspringt und somit - sich selber dabei verbrennend - das Wasser soweit herunter kuehlt, dass es fuer andere ertraeglich wird. In aehnlicher Weise fuerchteten alle Voelker das Volk Israel - bis zum Angriff Amaleks. Nachdem die Nachricht bekannt wurde, wie G"TT das Juedische Volk mit starker Hand aus Aegypten herausgefuehrt hat und die aegyptische Armee am Schilfmeer vernichtete, traute sich keine Nation das Juedische Volk zu attackieren. Nachdem Amalek nun als erstes das Volk Israel angriff, ist zwar deren (Amaleks) Vernichtung, die von ihnen zu tragende Konsequenz, dadurch wurde es aber fuer andere Nationen seither leichter, ebenfalls Israel anzugreifen. Der Zeitpunk von Amaleks Attacke ist dabei ebenfalls von Bedeutung....

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In unserem taeglichen Gebet sagen wir: "ER spricht Seine Worte zu Yaakov, Seine Satzungen und Seine Gebote zu Israel."  Unsere Weisen lehren uns, dass die Erwaehnung von "Seine Worte" und "Seine Gebote" bedeutet, dass die Mitzwoth, welche G"TT uns zu erfuellen aufgegeben hat, ebenfalls "Seine" Mitzwoth sind: G"TT erfuellt selbst die Mitzwoth, die ER uns zu erfuellen  geboten hat. Die dieswoechige Parascha, Mischpatim, enthaelt eine ganze Reihe von Mitzwoth. Betrachten wir davon einmal die Mitzwa, einer beduerftigen Person Geld zu leihen - und schauen wir, auf welche Weise G"TT sie erfuellt.

Wenn wir jemanden einen (selbstverstaendlich zinslosen) Kredit gewaehren, scheint es, als ob wir etwas ohne Gegenleistung von uns geben. Natuerlich erwarten wir, dass wir den verliehenen Geldbetrag eines Tages zurueck erhalten. Wir vertrauen dem betreffenden Menschen, auch wenn er arm ist.

Nun lassen wir uns versuchen zu verstehen, wie G"TT diese Mitzwa erfuellt. Wie eine Person einer anderen Geld verleiht, "verleiht" G"TT jeder einzelnen Seele Staerke und die Faehigkeit, Seinem (d.h. G"TTES) Willen zu folgen.

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Die dieswoechige Parascha ist nach Yithro benannt. Yithro, der Prister Midjans, war ein Goetzendiener. Tatsaechlich hat er jede seinerzeit bekannte Form von Goetzendienst ausprobiert und erkundet. Wie kann aber gerade die Parascha, die von der Gebung der Thora handelt, ausgerechnet nach einem Goetzendiener benannt sein? Das heilige Buch des Zohar informiert uns (II 67b, 68a), dass Yithro's Ankunft am Berg Sinai sowie seine Konvertierung zum Judentum eine entscheidende Vorbereitung fuer die Uebergabe der Thora waren; dabei tiefer in die spirituellen Welten eindringend, als es das Juedische Volk bis dahin selbst vermochte...

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Die dieswoechige Parascha Trumah handelt von den Anweisungen G"TTES, wie das Stiftszelt (bzw. der Mischkan) sowie dessen Einrichtungen herzustellen sind - naemlich die Bundeslade, die Menora, der Opferaltar und der Tisch fuer die Schaubrote. Das Juedische Volk wurde dazu angewiesen, Spenden fuer jenen Zweck zu erbringen. Diese Spenden nennt die Thora "Trumah".

Der Passuk, der jene Anweisung enthaelt besagt: "Ve'Yikchu Li Trumah", d.h. "sie sollen mir eine Spende nehmen". Dies ist nicht einfach zu verstehen, da es allem Anschein nach eher korrekt waere zu sagen: "Sie sollen mir eine Spende geben"?

Der Sohar erklaert, dass wenn jemand eine Spende fuer den Bau des Mischan erbrachte, entstand eine Verbindung zwischen G"TT und dem Spender. Aus der Sicht ergibt der Satz "nehme (zu) mir" einen Sinn, da der Spender sinngemaess "G"TT zu sich nimmt, indem er sich mit G"TT verbindet".

Das gleiche Prinzip ist anwendbar auf jemand, der Thora lernt oder eine Mitzwa erfuellt, wie zum Beispiel Zedaka geben. Tatsaechlich ist dieses Prinzip schon in dem Begriff "Trumah" selbst verborgen, der sich (in hebraeisch) aus einer Buchstabenkombination der Buchstaben fuer "Thora" sowie dem Buchstaben Mem ergibt. Der Zahlenwert des Buchstaben Mem betraegt Vierzig - hinweisend darauf, dass die Thora in einem Zeitraum von vierzig Tagen gegeben wurde (naemlich in den vierzig Tagen, die Mosche Rabeinu auf dem Berg Sinai verbrachte, um die zwei Bundestafeln zu erhalten)...

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