28 Iyyar 5772 - Sonntag, 20. Mai 2012
Zum Andenken an unseren Vater David Yossi ben Abba. M. und S. Rubinstein.  (Widme diese Leiste deinen Nächsten)

Ein Wort zum Wochenabschnitt

Bevor nach Jerusalem übersiedelete Avichaj Schäfer, lebte er in Frankfurt. Er war und bleibt ein Fan der Jewish Experience. Avichaj ist so freundlich uns mit seinem Beitrag zum Torahabschnitt am Laufenden zu halten.
Falls Ihr Fragen zu seinem Wochenblatt habt, dann kontaktiert ihn bitte. Gerne wird er sich mit dir in Verbindung setzen, um deine Fragen zu beantworten.

 

 

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Fuer Rosch HaSchana gibt es verschiedene Namen und die damit verbundenen Aspekte:

a.) Rosch HaSchana (Kopf des Jahres - das Juedische Neujahr).

b.) Yom HaZikaron (Tag des Erinnerns - an ihm werden wir von G"TT bedacht).

c.) Yom Terua (Tag des Schofarblasens - an ihm haben wir die Mitzwa, das Erschallen des Schofars zu hoeren).

d.) Yom HaDin (Tag des Gerichts - an ihm wird jeder einzelne von G"TT gerichtet).

Dann ist da noch die innere Dimension von Rosh HaSchana, die in der Lehre von Chassidut eine besonders wichtige Rolle einnimmt: Rosch HaSchana ist der Jahrestag der Erschaffung des ersten Menschen, bzw. der Menschheit.

Ueberraschenderweise sagen wir im Mussafgebet diesen Tages aber: "Ze HaYom Techilat Ma'asecha Zikaron LeYom Rischon" [Dieser Tag ist der Beginn Deines Schaffens, eine Erinnerung des ersten (Schoepfungs-)Tages]. Nun, die Thora berichtet uns allerdings, dass der Mensch erst am sechsten Schoepfungstag erschaffen wurde. Daraus folgt, dass der erste Schoepfungstag kalendermaessig nicht mit Rosch HaSchana uebereinstimmt - sondern vielmehr sechs Tage zuvor, mit dem fuenfundzwanzigsten Elul.

Daraus erschliessen sich zwei logische Fragen:

  • a.) Warum nennen wir Rosch HaSchana dennoch "...der Beginn Deines Schaffens, eine Erinnerung des ersten Tages..."?
  • b.) Warum begehen wir Rosch HaSchana nicht am dem Tag, an dem das Schoepfungswerk seinen Lauf nahm - am 25. Elul?

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Die Parascha in Kürze
  • Pinchas wird zur Belohnung für sein Einschreiten gegen das unzüchtige Verhalten zum Kohen gemacht
  • Am Israel wird gezählt
  • Die Erbgesetze werden gelehrt und den Töchtern von Tzelofchod wird Land zugeteilt
  • Mosche ernennt seinen Schüler Jehoschua zum Nachfolger
  • Die für jeden Feiertag darzubringenden Opfer werden aufgeführt

Torah_scroll„Dwar“ der Woche

Pinchas wird für seine unglaubliche Tat belohnt. Er hat sein Leben riskiert, um die schlechte Tat des Fürsten zu rächen. Dieser war bereit, die Sünde der Unzucht vor allen Juden zu begehen. G“tt sagt, Pinchas hat so die ganze Nation vor dem Zorn G“ttes geschützt.

Eines der aktuellen Themen der Gesellschaft ist das Lösen von Streit und Meinungsverschiedenheiten. Ist der beste Lösungsweg ein Kompromiss oder das mit Nachdruck auf seinem Standpunkt Bestehen, der zum Erfolg führt? Das letztere kann sicherlich zu einem größeren Streit führen. Auch in Israel gibt es momentan viele Demonstrationen, auf denen religiöse Menschen die Entweihung des Schabbat beklagen. Ist das der richtige Weg? Wie hat denn Pinchas gewusst, dass dies keine Zeit für Dialoge war?

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Ein zentraler Punkt im Judentum ist der der Wahlfreiheit im Leben. Dieses Thema wird in gewisser Laenge in den letzten Versen des Thora-Abschnittes Netzawim behandelt [Dewarim 30: 15-20], wie geschrieben steht: "...Ich habe vor euch gelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Boese... Ich habe vor euch gelegt das Leben und den Tod, den Segen und den Fluch.... waehlt das Leben." Doch was genau treibt einen Juden dazu, das Gute dem Boesen vorzuziehen?

Die Wahl eines Juden fuer das Gute, gegen das Boese, fuer das Heilige, gegen das Unheilige, liegt darin begruendet, dass das Innerste der Juedischen Seele eine Einheit mit G"TT bildet [siehe Kewod Malchutecha 5660]. Das Potenzial eines Juden, dabei dennoch frei zu waehlen und volkommen frei nach seinem Willen zu handeln - so wie auch G"TT voellig nach Seinem Willen handelt [siehe Rambam, Hilchot Teschuwah, Anfang von Kapitel 5; Likutei Torah, Paraschat Emor 38b] - liegt ebenfalls in der Tatsache begruendet, dass die Juedische Seele in G"TT verwurzelt ist - "der Mensch sei wie einer von Uns" [siehe Bereschit 3:22].

Und obwohl das Innerste der Juedischen Seele nichts anderes will, als den G"ttlichen Willen zu erfuellen, ist die Seele dennoch in die physische Welt hinabgestiegen und in einen physischen Koerper gekleidet, was es ihr ermoeglicht, letztlich auch etwas anderes als Heiligkeit und Gutes zu waehlen [siehe Likutei Thora, Paraschat Emor 38b]. Und selbst wenn sich die Seele noch in ihrem urspruenglichen Zustand befindet, hat das Prinzip der Wahlfreiheit Gueltigkeit, in dem Sinne, als dass es in diesem Zustand noch keinen bestimmten Vorteil beziehungsweise keine bestimmte Belohnung dafuer gibt, die richtige Wahl getroffen zu haben; die Seele trifft ihre Wahl voellig frei, weil ihr Innerstes Eins mit IHM ist.

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Die dieswoechige Parascha beginnt mit der Anweisung G"TTES an Avraham Avinu: "Lech Lecha Me'Artzecha..." (ziehe aus deinem Land...).G"TT weist Avraham an, die Heimstaette seines Vaters in Charan zu verlassen und eine Reise in das Land Israel anzutreten. Warum aber heisst es in der Thora "Lech Lecha" - warum nicht einfach "Lech", d. h. "Gehe"? "Lech Lecha" laesst sich auch mit "Gehe zu Dir selbst" uebersetzen. G"TT weist Avraham nicht nur einfach an, sich auf eine Reise zu begeben - ER weist ihn vielmehr an, eine Reise anzutreten, die sein Leben von grund auf veraendern wird. Avraham wird auf eine Reise geschickt, die ihn vielePfade durchschreiten laesst - alle dabei auf dem Weg zu sich selbst.Was aber bedeutet es, sich auf die Reise zu sich selbst zu begeben?

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Die Parascha in Kürze
  • Die Einwohner Moaws haben Angst vor der Vertreibung durch die Juden. Sie überreden Bilam, Am Jisrael zu verfluchen. Doch statt Flüchen kommen nur Segenssprüche aus seinem Mund.
  • Moaws Töchter bringen die Juden zur Unzucht. Sogar einer der Fürsten Israels begeht diese Sünde und wird durch Pinchas, Arons Enkel, getötet. Es kommt zu einer großen Pest, die vielen Juden das Leben kostet.

tora_david_stern„Konzept“ der Woche

Bilam prophezeit die gesamte Zukunft der jüdischen Nation. Er beginnt mit einem Vorwort (24:17): „Ich sehe ihn, doch nicht jetzt; ich schau ihn, doch nicht nah. Es tritt ein Stern hervor in Jakows Stamm, es steht ein Szepter auf in Israel, und er zerschmettert Moaws Grenzen, reißt nieder alle Söhne Schets.“ Bilam sieht zwar alles voraus, aber es ist für ihn in weiter Ferne. Was bedeutet es, eine Prophezeiung ganz entfernt zu sehen?

In Dewarim 4:7 fragt die Tora, wer so groß wie unsere Nation ist, der G“tt so nahe steht. Dazu erklärt der Midrasch, dass G“tt gleichzeitig nah und fern ist so wie auch Götzen nah und fern sind. Der Götze ist nämlich nah, denn er steht im Zimmer. Doch wenn man ihn anfleht, hört er nicht, weil er weit weg ist. Allerdings ist es anders, wenn es um G“tt geht. G“tt ist weit weg von uns im Himmel, aber wenn wir uns an Ihn wenden, ist Er uns nahe und hört unser Gebet. G“tt ist für uns unfassbar und unerklärlich. Doch wenn wir beten und Mitzwot tun, können wir Seine Nähe spüren. Jeder Mensch, der sich wirklich auf eine Mitzwa einlässt, spürt diese Nähe.

Es ist unsere Aufgabe im Leben, uns G“tt zu nähern und Ihn in unser Leben zu verpflanzen. Selbst wenn wir Dinge im Leben lernen, die den Alltag repräsentieren, können wir dabei lernen, das Alltägliche zu etwas Heiligem in unserem Leben zu machen. Sogar im Umgang mit profanen Angelegenheiten wie Diebstahl oder Streit können wir lernen, wie ein Mensch G“tt näher kommen kann.

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