1 Sivan 5772 - Dienstag, 22. Mai 2012
Zum Andenken an unseren Vater David Yossi ben Abba. M. und S. Rubinstein.  (Widme diese Leiste deinen Nächsten)
( 1 Vote )
Die Parascha in Kürze
  • G ”tt mahnt uns, heilig zu sein, was u.a. ermöglicht wird durch das Einhalten der Schabbatgesetze, das Ehren der Eltern und das Fernhalten vom Götzendienst
  • Tzedaka, Ehrlichkeit und moralisches Verhalten wird in jeder Beziehung von uns erwartet
  • Das Gebot der Nächstenliebe
  • Die Strafen für die verbotenen sexuellen Beziehungen

Torah_scroll„Konzept“ der Woche

Viele Gesetze über zwischenmenschliche Beziehungen werden diese Woche angeführt. Eines davon ist, dass man seinen Nächsten nicht schmähen soll. Auch die Nächstenliebe wird diese Woche erwähnt, aber nicht so betont wie das Gebot, einen Mitmenschen nicht zu schikanieren. Doch merkwürdigerweise sagt uns der Vers 19:33, dass du den „Ger"nicht verspotten soll st, weil du ja selbst ein Fremdling in Ägypten warst.Unsere Weisen sagen „mum shebach al tomar lachavroch",d.h.man soll einen Fehler,den man selbst hat, nicht einem Anderen vorwerfen. Aber wenn man sich fragt, warum man einen anderen Menschen nicht schmähen soll, hätte sich jemand gedacht, dass dies nur der Fall ist, wenn man selbst den Fehler hat? Sollte man nicht besser gar nichts sagen? Warum ist die Bedingung, dass man selbst einen Fehler hat?

Wir haben soeben Pessach gefeiert und uns den Auszug aus Ägypten so deutlich vor Augen gebracht, als wären wir selbst aus Ägypten gezogen. Diese Erkenntnis sollte uns einen Ansporn für das ganze Jahr geben und uns spüren lassen,dass wir mit G"tt verbunden sind und an Pessach von Ihm das Geschenk bekommen haben, das Auserwählte Volk zu sein. Wir sollen versuchen, damit eine bessere Existenz aufzubauen. Doch was genau gibt es uns im Laufe des Jahres?

Der Talmud erzählt im Traktat Baba Kama, dass ein Gelehrter sagte:„Als wir Kinder waren,fühlten wir uns wie Erwachsene und als Erwachsene waren wir wie Kinder. Denn als wir Kinder waren, war G"tt immer bei uns und hat uns durch seine Allgegenwart geleitet (das war zu der Zeit, als eine Wolke das Volk in der Wüste leitete und wir uns immer danach gerichtet haben). Als wir dann erwachsen waren, sind wir aber wie Kinder behandelt worden, denn G"tt hat uns e inen Engel schicken müssen, der uns behütet (das war bei der Sünde des goldenen Kalbes,als G"tt zur Strafe gesagt hat:„Ich werde euch einen Engel schicken und euch nicht mehr allein führen.)"

Der Gaon von Wilna erklärt, dass ein Kind eigentlich ganz hilflos ist, aber sich in jeder Situation immer an seine Eltern wenden kann. Als die Juden in der Wüste waren, haben sie sich wie ein Kind gefühlt und es war ihnen bewusst,dass sie von der Führung G"ttes abhängig waren. Sie waren sich dessen so bewusst, dass sie deswegen vollständig von Ihm geführt worden sind. Doch als sie „erwachsen"wurden und schon das Gefühl hatten,auf eigenen Füssen zu stehen,hat G"tt ihnen gezeigt,dass sie wie Kinder sind und einen Engel brauchen, der nach ihnen sieht.

Dieses Lob, ein „Kind"zu sein,haben die Juden beim Auszug aus Ägypten erreicht. Sie haben gesehen, dass sie, obwohl sie das Auserwählte Volk waren und das Bewusstsein hatten, eine wirkliche Verbindung zu G"tt zu haben,die sonst keiner besitzt,als Kind angesehen wurden. Das bedeutet, dass sie sich nicht auf sich selbst, sondern immer auf Ihn stützen.

Das Auserwählte Volk zu sein und die Geburt der jüdischen Nation waren kein einfaches Geschenk, sondern der Beginn des wahren Glaubens und alles, was damit von uns verlangt wird. Pessach ist ein Neuanfang, der uns Stärke und ein Gefühl der Verbindung gibt, die wir das ganze Jahr umsetzen können, aber nur solange wir wissen,dass wir „Kinder"sind und uns immer auf Ihn ausrichten.

„Biographie“ der Woche

Jehoschua bin Nun - Jahrzeit 26. Nissan

Jehoschua wurde im Jahr 2406 (1355 v.d.Zr.) geboren und ihm wurde der Name Hoschea bin Nun gegeben. Während der vierzig Jahre der Wüstenwanderung war er Mosche Rabbenus treuer Schüler, der immer in der Nähe seines Lehrers zu finden war. Im zweiten Jahr nach dem Auszug aus Ägypten hatte sich das Volk schon der Grenze Eretz Israels genähert und es wurde von jedem der zwölf Stämme ein Kundschafter ins Land geschickt, um zu erfahren, wie die Situation dort für die Nation sein würde.

Hoschea bin Nun war der Repräsentant des Stammes Ephraim. Bevor er mit den anderen seinen Auftrag ausführte, änderte Mosche seinen Namen in Jehoschua, indem er seinem Namen den Buchstaben Jud voransetzte ,der G“ttes Namen darstellt. Als die Kundschafter zum Volk zurückkehrten, waren es nur Kalew ben Jephune von Stamm Jehuda und Jehoschua, die Eretz  Israel und seine Vorzüge vor dem vernichtenden Urteil der anderen zehn Kundschafter verteidigten.

Nach dem Tod Mosche Rabbenus übernahm Jehoschua die Führung des Volkes bei der Inbesitznahme von Eretz Israel durch das jüdische Volk. Der Midrasch erzählt, dass er Rachaw geheiratet hat, die eine instrumentale Rolle bei der Einnahme Jerichos gespielt und zum Judentum übergetreten war. Von ihnen stammen unter anderem die Propheten Jecheskel und Jirmijahu ab. Jehoschua starb im Alter von 110 Jahren am 26. Nissan 2516.

Mit freundlicher Unterstützung von HaMakor.de und Rabinner Aron Orzel

Share |