1 Sivan 5772 - Dienstag, 22. Mai 2012
Zum Andenken an unseren Vater David Yossi ben Abba. M. und S. Rubinstein.  (Widme diese Leiste deinen Nächsten)
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Die Parascha in Kürze
  • Pinchas, der den Furst getötet hat, weil dieser Unzucht trieb, wird belohnt. Er wird zu einem Priester ernannt.
  • G'tt will nach der Sunde, dass man gegen die Midianiter zieht, man rüstet sich zum Krieg
  • Am Israel wird noch mal gezahlt und in die verschieden Stamme eingeteilt
  • Die Erbgesetze werden gelehrt
  • Mosche, der sich dem Ende seines Leben nähert, ernennt seinen Schuler Jehoshua als Nachfolger
  • Zu jedem Feiertag wird im Tempel eine Reihe von Opfern dargebracht

„Dwar“ der Woche

Als Mosche Rabejnu sah, wie seine Zeit langsam zu Ende ging, bat er G"tt einen würdigen Nachfolger als Führer über Israel aus zu wählen. Raschi sagt uns, dass Mosche dabei seine eigene Kinder im Sinn hatte, doch G"tt wollte es anders. Und zwar sollte Jehoschua den Posten als Führer über Am Israel übernehmen, da er Mosche Rabejnuam nächsten stand und ihm am meisten gedient hatte. Raw Jerucham Lebowitz erklärt, dass sich dieser Schimusch (dienen) auf das Ertragen und Mitfühlen anderer Menschen bezieht. In diesem Punkt hat sich nämlich Mosche ausgezeichnet und dieser Punkt ist Voraussetzung, umein Volk zu fuhren. Denn der Midrasch sagt, dass Menschen zu fuhren bedeutet, jeden einzelnen mit seinen Schwachen und Problemen zu ertragen und mit ihnen mitzufühlen. (Tanchuma;10)

Dieses Kriterium hat G"tt auch genutzt, um Mosche Rabejnu als Führer über Am Israel auszuwählen. Der Midrasch erzahlt uns, dass am Anfang, als Mosche noch ein Hirte für seinen Schwiegervater Jitro war, ein junges Schaf weggerannt ist bis es nach längerer Zeit an einen Teich gekommen war, um dort zu trinken. Als Mosche gesehen hat, dass das kleine Schaf so durstig war, nahm er es auf  seine Schultern und hat es den ganzen Weg zurückgetragen. Denn erwar der Meinung, dass nach diesem langen Weg das Schaf sicherlich auch müde geworden ist. Was wir von hier entnehmen können ist, dass das königliche in uns oft in den kleinen Sachen im Leben liegt und dass diese Eigenschaft unerlässlich ist, wenn es darum geht, unserer Familie oder unseren Freunden zu helfen.

„Maisse“ der Woche

Der Eigentümer bestellte den Maler um sein Boot anzustreichen. Wahrend der Arbeit bemerkte der Meister ein paar Locher im Bootsboden und stopfte diese. Er beendete das Anstreichen, nahm sein Geld und ging. Am nächsten Tag eilte der Hausherr zu ihm: „Hier haben Sie das Geld!“ „Ich habe schon alles erhalten, wofür?“, fragte der Maler? „Ja, aber das war für das Anstreichen und dieses für die Reparatur!“ „Für die Kleinigkeit?“, wunderte sich der Maler? „Das war keine große Arbeit und hat nicht viel Zeit gekostet.“ „Diese Kleinigkeit hat meinen Kindern das Leben gerettet!“, antwortete der Besitzer. „Die Locher habe ich ganz vergessen und meine Kinder haben das Boot genommen und sind ins Meerhinausgeschwommen. In meiner Hoffnungslosigkeit dachte, ich dass sie gestorben sind. Als sie jedoch zurückkamen, wurde klar, dass ihre Rettung Ihnen zu verdanken ist.

„Konzept“ der Woche

Pinchas wird für seine unglaubliche Tat belohnt. Er hat sein Leben riskiert, um die schlechte Tat des Fürsten zu rächen. Dieser war bereit, die Sünde der Unzucht vor allen Juden zu begehen. G“tt sagt, Pinchas hat so die ganze Nation vor dem Zorn G“ttes geschützt.

Eines der aktuellen Themen der Gesellschaft ist das Lösen von Streit und Meinungsverschiedenheiten. Ist der beste Lösungsweg ein Kompromiss oder das mit Nachdruck auf seinem Standpunkt Bestehen, der zum Erfolg führt? Das letztere kann sicherlich zu einem größeren Streit fuhren. Auch in Israel gibt es momentan viele Demonstrationen, auf denen religiöse Menschen die Entweihung des Schabbat beklagen. Ist das der richtige Weg?

Wie hat denn Pinchas gewusst, dass dies keine Zeit für Dialoge war? Als der Fürst des Stammes Schimon sich entschieden hat, diese Sünde zu begehen, hat er seine Frau vor Mosche geführt und ihn gefragt, ob ihm diese Frau erlaubt sei. Mosche antwortete natürlich: „Nein!“ Dieser erwiderte Mosche: „Wie hast du denn deine Frau geheiratet, die auch von einer nichtjüdischen Familie kommt (Mosches Frau war eine Tochter Jitros, die übergetreten war)?“ Diese Aussage erklärt, warum Pinchas sofort entschlossen und hart handelte. Jeder Mensch hat das Recht sich über Geschehnisse Gedanken zu machen und zu versuchen, sie sich zu erklären. In dieser Situation war der Fürst ratlos und griff darauf zurück, sich zu belustigen. Er wollte seinem Begehren nachgeben, hatte aber immer noch das Gefühl, dass für diese Sünde sein Gewissen erst ein wenig entlastet werden sollte. Wenn er sich lustig macht über Mosche und beweist, dass auch dieser Fehler gemacht hat, fühlt er sich von seinen Pflichten und von den Gesetzen befreit. Dies hat Pinchas erkannt und gesehen, dass es hier die Pflicht gab zu handeln und nicht erst zu versuchen zu überzeugen.

Denn diese Ohren waren schon verschlossen und kein Gespräch hätte irgendwelchen Einfluss haben können. Wenn ein Mensch, wie auch immer eingestellt, Fragen hat und man sieht, dass er eine wahre Antwort sucht, ist es wichtig, den Dialog zu bevorzugen. Doch wenn er nur versucht, die Anderen vom richtigen Weg abzubringen, dann muss man sich von ihm entfernen.

Mit freundlicher Unterstützung von HaMakor.de und Rabinner Aron Orzel

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