Dieser Wochenabschnitt beinhaltet zahlreiche Ge- und Verbote:
- Gerichtshöfe in Städten einzurichten, mit oberstem Gerichtshof in Jerusalem für offene Fragen
- Bei Eintritt in Israel einen König zu ernennen, der sich an die Gesetze hält, wie z.B. nicht zu viele Frauen, Rösser, Soldaten oder Geld zu haben
- Einem Kohen von jeder Schlachtung seinen Anteil zu geben;
- Volles Vertrauen zu G“tt zu haben und somit sich nicht mit mystischen Kräften und Zaubereien zu beschäftigen
- Verbot, falsche Zeugenaussagen zu leisten
- Einberufung zur Armee: keine Pflicht für jemanden, der soeben geheiratet hat, ein neues Haus bezogen oder einen Weinberg gepflanzt hat
- Vor der Kriegsentscheidung zu versuchen, den Konflikt friedlich zu lösen
- Beim Fund eines unbekannten Toten zwischen Städten sühnt die am nächsten gelegene Stadt für ihn
„Dwar“ der Woche
Die Tora lehrt uns in Vers 20:19, keine Fruchtbäume zu fällen und dies auch zu beachten, wenn wir uns im Krieg befinden und Holz benötigen. Stattdessen solle man anderes Holz suchen. Eine Idee, die dem herkömmlichen Verhalten im Krieg stark widerspricht.
Tatsächlich möchte uns die Tora an dieser Stelle vor willentlichen Verschwendungen und Missbrauch der Umwelt warnen. Die Welt wurde durch G“tt erschaffen und der Menschheit übergeben, „sie zu bearbeiten und zu bewachen.“ Die Tora lehrt uns nicht nur an dieser Stelle, immer Hochachtung und Respekt vor den Geschöpfen und Schöpfungen G“ttes zu haben.
Extreme Situationen können entstehen, jedoch verschwindet die Verantwortung des Menschen nicht.
„Maisse“ der Woche
Akawija ben Magalalel hatte in vier Fragen eine bestimmte Meinung, die nicht mit der Meinung aller anderen Gesetzeslehrer übereinstimmte. Sie sagten ihm: „Akawija, verzichte auf deine Meinung — und wir werden dich als Aw-Beis-Din (Hauptrichter) einstellen.“
„Nein“, antwortete dieser, „es ist besser, ein Leben lang ein Dümmling genannt zu werden als eine Stunde Verbrecher vor G“tt zu heißen. Für meine Ehre und Macht werde ich es nicht tun.“ Jedoch sagte er zu seinem Sohn bevor er starb: „Verzichte auf meine Meinung in jenen vier Fragen.“
„Warum hast du nicht selbst verzichtet?“, fragte der Sohn.
„Sieh, mein Sohn“, antwortete Akawija, „ich habe die Meinung vieler Gesetzesgelehrter wahrgenommen; meine Gegner ihrerseits, wurden auch von der Meinung vieler maßgeblicher Gelehrter geleitet; jede der streitenden Seiten bleibt bei der eigenen Meinung. Du hast die Wahl zwischen zwei Meinungen: du hast die Ansicht des ganzen Gelehrtenkollegiums gehört, sowie die andere, die Meinung der Einzelperson: die Meinung der Mehrheit wird bevorzugt.“
„Gut, Vater, aber beeinflusse bitte die Kollegen, damit sie mich entgegenkommend in ihrer Umgebung aufnehmen.“ „Dieses, mein Sohn, werde ich nicht tun.“ „Kennst du irgendwelche Vergehen bei mir?“ „Nein. Aber es sollen deine Taten dich weder im Leben der Freunde noch der Feinde belohnen.“
„Konzept“ der Woche
In unserer Parascha heißt es in Vers 19:11f: „Wenn aber einer Feind ist seinem Nächsten und lauert ihm auf und macht sich auf über ihn und schlägt ihn aufs Leben und er stirbt, und flieht in eine dieser Städte: so schicken die Ältesten seiner Stadt und lassen ihn von dort holen …“
Raschi erklärt, dass dieser Vers uns die Begründung liefert, warum ein Mensch zum Mörder geworden ist. Die Ursache dafür, dass es überhaupt zu einem Mord kommen konnte, liegt darin, dass der Mensch seinen Nächsten hasste. Was bedeutet das?
G“tt hat die Welt so erschaffen, dass alles eine Ursache haben muss. Jedes Ereignis geschieht erst, wenn die Ursache dafür gegeben ist. Bevor z.B. eine Pflanze wachsen kann, muss der Samen dafür eingepflanzt worden sein. Warum G“tt dies so wollte, wissen wir zwar nicht, aber wir können diesen Zusammenhang erkennen.
In unserem Vers erwähnt die Tora, was den Menschen zum Mord veranlasst hat: Hass auf seinen Nächsten. Fragen wir uns, welche Sünde größer ist, Hass oder Mord, so ist natürlich die Antwort klar: Mord ist das größere Vergehen. Aber unsere Weisen sagen, dass die Ursache des Mordes eben im Hass liegt. Es war der Hass, der den Menschen zum Mörder gemacht hat. Es war nicht so, dass er ihn getötet hat, weil er ihn auch hasste, sondern der Hass auf den Mitmenschen hat ihn dazu gebracht, ihn zu töten.
Als G“tt nach dem Auszug aus Ägypten das Wasser des Schilfmeeres spaltete, sagte er zu Mosche: „Strecke deine Hand über dem Wasser aus und es wird sich spalten.“ War es nicht schon allein ein Wunder, dass G“tt das Wasser gespalten hat? Warum musste Mosche dann noch die Hand über das Wasser strecken, so dass es aussah, als spalte er es selbst? Auch hier sehen wir, dass nichts ohne Ursache geschehen kann, selbst wenn es sich um die größten Wunder handelt.
G“tt hat uns versprochen (Midrasch Schir HaSchirm 5): „Mach deine Tür so groß wie die Spitze einer Nadel und ich werde sie dir öffnen wie die Tür des größten Palastes!“ Wir wollen, dass uns G“tt näher kommt, aber Er sagt uns, dass wir den ersten Schritt tun und Ihm die Türe öffnen müssen, selbst wenn sie nur ganz klein ist. Wir müssen den Samen pflanzen, denn das Resultat ist schon vorbereitet und wartet nur auf unseren Beitrag.
Mit freundlicher Unterstützung von HaMakor.de und Rabinner Aron Orzel






