1 Sivan 5772 - Dienstag, 22. Mai 2012
Zum Andenken an unseren Vater David Yossi ben Abba. M. und S. Rubinstein.  (Widme diese Leiste deinen Nächsten)
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Die Parascha in Kürze
  • Jedes siebte Jahr ist ein Schmitta-Jahr: es wird keine Arbeit auf den Feldern ausgeübt. Was von selbst wächst, darf genommen werden, denn das Feld ist „Hefker“ – ohne Eigentümer
  • Wenn man Grundbesitz in Israel verkauft, gibt es Möglichkeiten des Rückkaufs. In jedem Fall fällt er im Jovel-Jahr, nach spätestens 50 Jahren, an den ursprünglichen Eigentümer zurück.

Torah_scroll„Dwar“ der Woche

Der Wochenabschnitt beginnt mit den Schmitta-Gesetzen. Darauffolgend werden viele Gesetze erwähnt, die mit Eigenschaften von Grundstücken zu tun haben: wann man Felder und Häuser verkaufen darf und für wie lange. Das Buch Wajikra heißt ja das Buch der Kohanim, da es sich mit den Gesetzen des Tempels und der Opfer befasst. Ist es dann nicht unpassend, Dinge zu erörtern, die mit Grundbesitz zu tun haben?

Wenn wir nach einem gemeinsamen Nenner der Regeln suchen, sehen wir, dass es außer der Tatsache, dass es sich um Immobilien handelt, nur um Gesetze handelt, die in Israel gelten. Nur wenn wir als Nation in Israel leben, den Tempel haben, müssen wir sie befolgen.

Aber nicht nur diese Gesetze sind von unserer Anwesenheit in Israel abhängig. Als im vergangenen Wochenabschnitt die verbotenen Ehen aufgezählt werden, sagt die Tora: „Haltet Euch an diese Gesetze, damit Euch das Land Israel nicht ausspuckt!“ Wir wissen, dass es gewisse Mitzwot gibt, die davon abhängig sind, ob wir in Israel leben, während wir andere Gesetze überall erfüllen müssen. Wir müssen zum Beispiel Schabbat halten und Tefillin legen, egal, wo wir wohnen. Aber einen Teil der Ernte für die Priester abzusondern oder das Verhalten den Knechten gegenüber wird nur von uns in Israel verlangt. Somit stellt sich die Frage, ob Unzucht und verbotene Ehen nur in Israel verboten sind. Müssen wir diese Gesetze nicht auch im Exil beachten?

G“tt hat sich das Land Israel als Erbe ausgesucht und gesagt, dass Seine Stätte hier sei. Dorthin wird Er persönlich Seine Kinder bringen und versorgen. „G“tt hat ständig Seine Augen da und vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres schaut Er, dass dieses Land bestens versorgt wird (Dewarim 11:12).“ Dies ist kein Wortspiel, sondern eine Tatsache, dass G“tt hierzulande eigens da ist. Dies hat zur Folge, dass sobald sich das Böse hier bei den Menschen etablieren kann, die Menschen hinausgeworfen werden. Denn die Nähe G“ttes erträgt das Sündigen nicht. Der Grund dafür liegt nicht in der Erfüllung der Gesetze der Reinheit Israels, sondern darin, dass diese beiden Dinge in Israel nicht nebeneinander koexistieren können. Sicherlich sind diese Sünden auch im Exil verboten, aber wegen der Besonderheit Israels ist das Heilige Land außerordentlich sensibel und empfindsam diesen Sünden gegenüber.

Im Buch, in dem es hauptsächlich um den Tempel und den damit verbundenen Tempeldienst geht, wird alles erwähnt, das mit diesem heiligen Ort zu tun hat. Man geht zum Tempel und kann dort eine größere Nähe zu G“tt spüren und Ihm dienen. So ist es auch in gewissem Grad in Eretz Israel. Alle Gesetze in unserem Wochenabschnitt sind davon abhängig, ob wir es uns ermöglichen, hier zu sein. Das verbindet diese Woche sehr stark mit dem Buch der Kohanim, dort wo man Ihm nach dem verdienten Land auch näherkommen kann, um Ihm hier sogar dienen zu können.

„Biographie“ der Woche

Rabbi Jitzchak Alfasi – Rif / Jahrzeit 10. Ijar

Rabbiner Jitzchak Alfasi wurde 1013 in einem kleinen Dorf in der Nähe von Fes im heutigen Marokko geboren. Er studierte im tunesischen Kairouan unter einigen der größten Rabbiner seiner Zeit, Rabbeinu Nissim Ben Jakob und Rabbeinu Chananel ben Chushiel. In Kairouan begann der Rif – der Name, der das Akronym seines Namens ist – an seinem Werk Sefer Hahalachot zu arbeiten. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung der halachischen Entscheidungen der Gemara zu den drei Ordnungen des Talmuds Moed (über Feiertage), Naschim (über Frauen und Familienrecht) und Nesikin (Straf- und Zivilrecht) sowie zu den Traktaten Berachot (Gebet und Segenssprüche) und Chullin (Speisegesetze). Es stellte die erste ausführliche Zusammenfassung der Halachot dar und wurde auch der Talmud Katan – der kleine Talmud – genannt. Es bildete zusammen mit den Werken des Rambam und des Rosch die Grundlage für die Arba’a Turim und damit auch den Schulchan Aruch.

Von 1045 an lebte der Rif mit seiner Familie vierzig Jahre als großer Talmudgelehrter verehrt und anerkannt in Fes, worauf auch sein Name Alfasi – der aus Fes Stammende – zurückzuführen ist. Ihm zu Ehren wurde eine Jeschiwa gegründet und von nah und fern kamen begabte junge Männer, um von ihm zu lernen. Zu seinen Schülern gehörte Jehuda Halevi, der Autor des Kusari. Im Alter von 75 Jahren musste er nach einer Denunziation bei den arabischen Behörden das Land verlassen und traf schließlich in Spanien in der Stadt Lucena 1089 ein, wo er die Jeschiwa leitete. Er starb dort 1103. 

Mit freundlicher Unterstützung von HaMakor.de und Rabinner Aron Orzel

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