2 Sivan 5772 - Wednesday, 23 May 2012
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Torah_rolle

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Die Parascha in Kürze:
  • Im Krieg kann man eine Gefangene nach deren Übertritt heiraten
  • Der Erstgeborene bekommt vom Nachlass immer das Doppelte
  • Ein widerspenstiger Sohn wird zum Tode verurteilt; ein vom Gericht getöteter Mann muss nach Vollziehung der Strafe begraben werden
  • Ein verlorenes Objekt muss dem Besitzer zurückgegeben werden; beim Fund eines Vogelnestes muss man zuerst die Mutter verscheuchen,
  • dann darf man die Eier nehmen
  • Beim Bau eines Hauses muss man beachten, dass es sicher gebaut ist und man einen Zaun ums Dach macht
  • Das Gebot, Tzitzit an jedem viereckigen Kleidungsstück anzubringen
  • Bei einer Falschaussage gegenüber der Frau wegen einer unehelichen Beziehung Strafgeld zu zahlen, bei Ehebruch zu bestrafen
  • Sich in jeder Lage rein zu halten, auch im Krieg
  • Einem Sklaven in die Freiheit zu helfen
  • Keine Zinsen zu nehmen; Versprechen zu halten
  • Einem Arbeiter das Recht zu geben, sich bei der Arbeit vom Besitzer zu sättigen
  • Sich von einer Frau (falls nötig), mit einem „Get“ (Scheidungsbrief) zu trennen
  • Nicht schlecht über andere zu reden
  • Einen Arbeiter rechtzeitig zu bezahlen
  • Auf dem Feld etwas für die Armen zu lassen
  • Für jedes übertretene Verbot vierzig Schläge zu geben
  • Bei kinderloser Ehe heiratet der Bruder die Schwägerin nach dem Tod des Ehemannes
  • Die Erinnerung „Amalek“ (der erste Krieg nach dem Auszug aus Ägypten) auszurotten 

„Dwar“ der Woche

Dewarim (22:4): „Du darfst nicht sehen den Esel deines Bruders oder seinen Ochsen hinfallend auf dem Wege und dich ihnen entziehen, ihn aufrichten sollst du mit ihm" Raschi sagt uns, dass die Mitzwa unserem Mitmenschen zu helfen, seinen Ochsen oder Esel aufzurichten, nur dann besteht, wenn der Eigentümer sich daran beteiligt. Wenn der Eigentümer jedoch sagt, dass die Mitzwa auf den Anderen fällt und er es allein tun soll, ist man von dieser Mitzwa befreit.

Der Chofetz Chajim sagt, dass dies ebenso für unsere Beziehung mit G"tt gilt. Im Gebet bitten wir G"tt jeden Tag um Hilfe in verschiedenen Bereichen, aber wenn wir nicht das Unsrige tun, können wir Seine Hilfe nicht bekommen. Wenn jemand Geld leihen möchte und ihm dies auch zugesagt wird, er aber nie zum Verleiher geht, hat er nicht das Recht, sich beim Verleiher zu beklagen. Wir sind jetzt am Anfang des Monats Elul. Es ist der Monat, in dem wir uns durch Teschuwa G"tt nähern wollen, uns von Ihm ein erfolgreiches neues Jahr wünschen und dafür beten, dass Er uns von unseren Sünden reinigt. Wir sollten diese Zeit nutzen, um uns aufzurichten und mit Ihm zusammen den Weg ins neue Jahr zu gehen.

„Konzept“ der Woche

In unserer Parascha heißt es in Vers 24:15: „An demselben Tag gib ihm den Lohn und es soll nicht die Sonne darüber untergehen; denn ein Armer ist er und danach langet seine Seele …“ Im Talmud wird hinzugefügt, dass der Arbeitgeber, der seine Arbeiter nicht am Ende des Arbeitstages bezahlt, sich der Sünde des Diebstahls schuldig macht. Wieso wird ein Arbeitgeber einem Dieb gleichgestellt, obwohl er doch schließlich dem Arbeiter seinen Lohn gibt? Er will ihn ja bezahlen, aber zögert es nur ein wenig hinaus. Warum muss der Arbeitgeber gewarnt werden, sofort zu bezahlen? Man kann ja nachvollziehen, dass es sich hier um ein gutes soziales Konzept handelt und mit Gerechtigkeit einhergeht, aber muss man ihn mit einem Dieb vergleichen?

Raschi fragt, was es bedeuten soll, wenn geschrieben steht „er sehnt sich mit seiner Seele nach diesem Lohn.“ Er zitiert den Talmud und sagt uns, dass der Arbeiter bereit ist, sein Leben einzusetzen. Der Arbeiter klettert z. B. auf einen Baum, um zu sägen, obwohl er dabei sein Leben verlieren könnte.

Wenn wir betrachten, dass der Arbeitgeber ja bereit ist, für die geleistete Arbeit zu zahlen, aber einfach einen gewissen Aufschub wünscht, fällt es uns schwer zu verstehen, was daran so falsch sein sollte. Schließlich bezahlt er ja für das Resultat, sei es für ein neu gebautes Haus oder für einen neu angelegten Garten. Er weigert sich ja nicht, den Arbeiter zu bezahlen. Aber hier ist er im Irrtum: es geht nicht darum, für das Resultat zu bezahlen, sondern der Arbeitgeber muss beachten, dass dem Arbeitnehmer viel mehr an der Arbeit gelegen hat. Er hat sogar sein Leben dafür riskiert. Die Betrachtung des Resultats allein zeigt nicht, wie viel Arbeitsaufwand und welche Mühen dafür notwendig waren. Die Tora will uns hier lehren, dass man nicht nur auf das Resultat, sondern auch auf den Prozess achten muss. Bezahle deinen Arbeiter bei Tagesende, sagt die Tora, und erkenne dadurch an, was er in diese Arbeit investiert hat, auch wenn es für dich keinen Unterschied macht, weil du auf das Resultat blickst. 

„Maisse“ der Woche

Der Rabbi aus Kotzk fragte einmal einen Chassid: „Hast du jemals einen Wolf gesehen?“ „Ja“, antwortete der Chassid. „Hast du dich vor ihm gefürchtet?“ „Ja.“ „Dachtest du denn die ganze Zeit daran, dass du dich fürchtest?“ „Nein, ich habe mich einfach gefürchtet und das war’s“, antwortete der Chassid. „Genauso sollte auch die Furcht vor G“tt sein“, sagte der Rabbi.

Mit freundlicher Unterstützung von HaMakor.de und Rabinner Aron Orzel

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