2 Sivan 5772 - Wednesday, 23 May 2012
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Lernwochenende_mit_Rav_Grnfeld
Weitere Bilder des Events findest du hier.

Im Juli veranstaltete Jewish Experience ein Lernwochenende mit Rabbiner Grünfeld, einem chassidischen Rabbiner und Geschichtslehrer aus Zürich. So fand vom 9. bis 11. Juli ein intensives Programm statt, zu dem zahlreiche Teilnehmer aus vielen Städte Deutschlands, darunter Fulda, Düsseldorf, Nürnberg, Hamburg, Darmstadt, Mainz, Ludwigshafen, Hachenburg etc., aber auch aus Österreich anreisten. Lebendiges Gebet, leckere Mahlzeiten am traditionellen Schabbattischm und vor allem eine gute Gesellschaft, zeichneten dieses Wochenende aus.

Beim Schabbat der Inspiration sprach Rabbiner Grünfeld zunächst über das Ziel der Schöpfung gemäß der Kabbala. Was bewegte einen vollkommenen G-tt, die Welt und den Menschen zu erschaffen? Nach der Vorstellung der Kabbala, wollte Haschem mit den Menschen seine Güte teilen. Doch warum konnte er das nicht direkt tun, uns die Leiden des irdischen Daseins ersparen und uns in ein ewiges Paradies versetzen? Die Antwort ist, dass die geschenkte Freude im Vergleich zu der Verdienten keine richtige Glückseligkeit mit sich bringt. G-tt schenkt uns die Güte, indem er uns erlaubt, diese selbst durch die Strapazen dieser Welt zu verdienen, um später die Früchte der eigenen Mühe zu ernten und vollkommen zu genießen....

Die wunderschönen Momente dieser Welt sind dabei nur ein Hauch der richtigen Freude, die einen Menschen in der kommenden Welt erwartet. Je mehr Mühe ein Mensch investiert, um einen gerechten Weg zu gehen und die Gebote (Mizwot) einzuhalten, desto größer wird diese Freude am Ende sein.

Am Samstag widmeten wir uns der spannenden Frage, ob die Wissenschaft mit ihrer Evolutionstheorie im Widerspruch zu den Vorstellungen des jüdischen Glaubens steht. Rabbiner Grünfeld schilderte verschiedene Ansichten des Judentums auf diese Frage und brachte zahlreiche wissenschaftliche Argumente gegen die Evolutionstheorie.

Am Nachmittag sprach unser Gastredner über die Mission unserer Generation, Moschiach zu bringen. Ausgangspunkt waren zwei Ansätze in den jüdischen Quellen: nach einer solchen Ansicht kommt die Erlösung, wenn die Welt ihre Perfektion erreicht hat, nach der anderen, wenn die Menschheit soweit heruntergekommen ist, dass eine Rettung nur noch von oben zu erwarten ist.

Am Sonntag wurde das Programm mit einem Lerntag „Die Faszination des Tempels von Jerusalem“ fortgesetzt. Anlässlich der drei Trauerwochen des jüdischen Kalenders, die im Fasttag des 9. Aw ihren Höhepunkt fanden, beschäftigten wir uns mit der Frage, warum wir im 21-en Jahrhundert immer noch um die Zerstörung des Tempels von Jerusalem trauern. Im ersten Teil zeigte Rabbiner Grünfeld anhand wunderschöner Bilder des Tempelinstituts von Jerusalem die Geschichte, den Bau und die Architektur des prächtigen Tempels der Zeit von Herodes den Großen. Der damalige Entwicklungsstand, die ins kleinste Detail durchdachte wunderschöne Welt des Tempels verzauberten die Zuschauer. Nicht umsonst galt der Tempel in jener Zeit als ein Weltwunder. Nach dem Brunch ging es dann nach dieser wunderschönen Einstimmung um die eigentliche Frage, den Sinn der tausendjährigen Trauer um den Tempel von Jerusalem. Eine Frage bleibt da noch unbeantwortet: Was bedeutet der Tempel für Dich?

Geschrieben von Polina


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