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( 3 Votes ) Mein Großvater, wenn er mir die wöchentlichen Abschnitte nahebringen wollte, pflegte zu behaupten, dass unser Leben von dem jeweiligen Abschnitt geprägt wird und, wenn man tief genug blickt, auch Antworten für die aktuellsten Fragen beinhaltet. Dank ihm habe ich gelernt, nach diesen Antworten zu suchen und ihre Bedeutung und Schönheit wertzuschätzen. Und mit der Zeit stellte sich für mich heraus, dass das jüdische Jahr mit all den Feiertagen uns immer wieder zeitgemäße Denkanstöße gibt. Und so ist Schawuot wohl die höchste Zeit, sich über den Platz, den die Thora in unserem Leben einnimmt, Gedanken zu machen.
Fast jeden Tag, wenn ich morgens in der überfüllten Bahn sitze, öffne ich mein Netbook um auf einer der zahlreichen Webseiten rund um Thora und Judentum einen positiven Gedanken für den Tag mitzunehmen. "Denn ob die Thora eine Bedeutung für jeden einzelnen hat, entscheidet sich für ihn in solchen inspirierenden kleinen Runden, wie die am Schawuot in den Räumen des Jugendzentrums und der Jüdischen Volkshochschule."
Am vergangenen Dienstag war es etwas anders: ich öffnete eine Seite und mitten im Bildschirm erschien ein störendes Pop-up-Fenster: „Receive the Torah on Shavuot with us and get it then every week on a regular basis!“ Es mochte als eine pathetische Werbung gemeint sein und ging vermutlich um ein Newsletter, doch aus dem Kontext herausgerissen war dieser Satz in meinen Augen genau das, was man von Schawuot erwarten sollte und was viele, die an der Nacht des Lernens von Jewish Experience teilnehmen wollten, an den Erwartungen mitbrachten. Denn ob die Thora eine Bedeutung für jeden einzelnen hat, entscheidet sich für ihn in solchen inspirierenden kleinen Runden, wie die am Schawuot in den Räumen des Jugendzentrums und der Jüdischen Volkshochschule. Jeder brachte entweder das Wissen und die Bereitschaft diese zu teilen mit oder, umgekehrt, die Wissensgier, eine unglaubliche Energie oder eben die Kapazitäten und das Verlangen sie zu empfangen. Es schien als gäbe es niemanden, der nicht das bekommen oder geben konnte, wozu er bereit und gewillt war. Die Stimmungsmacher aus Efrat, Joni und Didi, die schon in vergangenen Monaten als eingespieltes Team die Frankfurter zum Lachen, Singen, Nachdenken, Lernen, Staunen und einfach nur Jüdischsein gebracht hatten, schufen eine warme und familiäre Atmosphäre.







Um auch in der Zukunft das Zusammenkommen dieser einzigartigen Gruppe zu ermöglichen, wollen wir das wechselseitige Verantwortungsgefühl füreinander im Sinne des jüdischen Prinzips "Kol Jehudim arewim zelaze - Alle Juden sind füreinander verantwortlich." stärken. So war es schon immer, die Starken unter uns haben ihre Brüder im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt. Füreinander Verantwortung zu übernehmen ist eines der Attribute, das das jüdische Volk auszeichnet und für das wir immer bewundert wurden.