2 Sivan 5772 - Wednesday, 23 May 2012
Dedicate This Space To Your Beloved Ones. (e.g. In loving memory of Shmuel Rosengarten) Contact us now
Dear Visitor. The content you requested is not available in English (so far). Please relate to our German content or use Google Translate to read the content below. We apologize for the inconvenience.
( 1 Vote )
Die Parascha in Kürze
  • Mosche schickt zwölf Spione nach Eretz Jisrael, von denen zehn mit negativem Bericht über das Land zurückkehren. Das Volk murrt und wird mit vierzigjährigem Aufenthalt in der Wüste bestraft
  • Die Pflicht, bei jedem Opfer auch noch Wein und Mehl als „Mincha“ darzubringen
  • Die Gesetze der Absonderung von Challa bei der Teigbereitung
  • Die Mitzwa, Tzitzit an viereckigen Gewändern zu befestigen zur Erinnerung an alle 613 Mitzwot

Torah_scroll„Dwar“ der Woche

Als sich die Kundschafter auf den Weg nach Eretz Jisrael machen, um das Land auszuspionieren, betet Mosche für seinen Schüler Jehoschua. Er bittet G“tt, ihn von den bösen Absichten der anderen Kundschafter zu retten. Es ist sehr verständlich, dass ein Lehrer sich für seinen Schüler besonders einsetzt, aber wenn Mosche die Macht des Gebets erkannt hat, warum betet er nicht auch für alle anderen?

Wenn wir näher betrachten, wer die Kundschafter waren, so sehen wir, dass Mosche den Ehrenwertesten jedes Stammes ausgesucht hat. Es waren hervorragende Menschen, die die besten Absichten für ihre Mission nach Israel hatten und nur das Gute suchen wollten. Aber sie haben ihre Vorsätze nicht erfüllt und etwas ist nicht nach Plan verlaufen, so dass sie sich schließlich sehr versündigt haben. Was hat aber ihren Plan durchkreuzt?

Als Mosche im vierzigsten und damit letzten Jahr in der Wüste die Ereignisse rekapituliert, die auf der Wüstenwanderung geschehen sind, schreibt er über das Senden der Spione (Dewarim 1:22): „Ihr seid alle zu mir gekommen …“ Raschi erklärt dazu, dass es ein aufdringliches und ungeordnetes Verlangen war. Alle haben sich auf Mosche gestürzt und ihn angefleht, zuerst das Land zu erkunden. Die fehlende Ordnung hat schon bewiesen, dass die Bitte unangebracht war. Dieser kleine Schritt hat verdeutlicht, dass eigentlich ein anderer Wunsch da war. Unsere Weisen schreiben im Talmud (Makkot 10b), dass G“tt dem Menschen auf dem Weg hilft, den er gehen will. In unserer Parascha haben die Menschen gezeigt, dass sie das Land nicht nur mit Wundern wollten, sondern auch selbst etwas tun wollten. Daraufhin hat G“tt ihnen die „Möglichkeit“ gegeben, auf diesem Weg auch zu straucheln.

Als Jehoschuas Lehrer konnte Mosche nicht einfach dafür beten, dass die Sünde der Kundschafter nicht geschehen soll, denn es lag in deren Händen, wie sie sich verhalten würden. Sobald ein Mensch dem bösen Trieb die Tür auch nur einen Spalt weit öffnet, kann er hereinkommen und sich entwickeln. Mosche versuchte, diese Tür für seinen Schüler durch sein Gebet zu schließen. Daher hat er sich seiner angenommen und gehofft, dass G“tt es nicht geschehen lassen wird.

Jeder Mensch muss sich darüber im Klaren sein, dass im Schlechten, aber auch im Guten dieses Prinzip besteht. Sobald ein Mensch auch nur einen kleinen Schritt in die richtige Richtung macht und beweist, dass es ihm ernst mit seinem Vorhaben ist, kommt gleich Hilfe von Oben, die ihm bei der Durchführung zur Seite steht. Denn G“tt sagt: „Öffnet mir die Tür so breit wie eine „Nadel“ und Ich öffne sie Euch wie die Tür zu einem riesigen Saal.“

„Biographie“ der Woche

Rabbi Yitzchok Yaakov Weiss – Minchas Yitzchok, Jahrzeit 11. Siwan

Rabbi Yitzchok Yaakov Weiss wurde 1902 im galizischen Dolyna geboren. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges zog seine Familie nach Munkacz in Ungarn, wo sein Vater der geistliche Führer der dortigen jüdischen Gemeinschaft wurde. In der Zwischenkriegszeit wurde Rabbiner Weiss zum Aw Beis Din in Grosswardein/Rumänien berufen. Er überlebte die Schoa im Versteck und versuchte nach Kriegsende zunächst, die jüdische Gemeinde in Grosswardein wieder aufzubauen. Aber das kommunistische rumänische Regime ließ diesen Versuch bald scheitern und Rabbi Weiss fand sich 1949 in Manchester/England ein, wo er bald zum Dajan und Aw Beis Din berufen wurde. Er trug nicht nur entscheidend zum Aufbau der orthodoxen Infrastruktur in Manchester bei, sondern machte sich vor allem auch einen Namen durch seine einfühlsamen Entscheidungen in den Fällen jüdischer Witwen, deren Männer im Krieg verschollen waren. Dadurch war es vielen jungen Frauen möglich, wieder zu heiraten. 1970 wurde er in die Edah Charedis in Jerusalem berufen, eine der führenden orthodoxen rabbinischen Organisationen Israels, und wurde 1979 deren Aw Beis Din, eine Position, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1989 innehatte. Er verfügte über ein immenses Wissen und bemühte sich auch in der Edah Charedis um Ausgleich.

Dajan Weiss war einer der bedeutendsten zeitgenössischen Poskim (halachische Dezisoren). Sein neunbändiges Werk „Minchas Yitzchok“, unter dessen Namen er auch bekannt ist, enthält Responsen zu vielfältigen Fragen der modernen Technologie und vor allem auch zur Medizinethik. Seine Ansichten zu vielen Fragen in diesen Gebieten werden bis zum heutigen Tag bei halachischen Entscheidungen in Betracht gezogen.

 

Mit freundlicher Unterstützung von HaMakor.de und Rabinner Aron Orzel

Share |