- Die letzten drei Plagen – Heuschrecken, Dunkelheit und der Tod aller Erstgeborenen kommen über die Ägypter
- Die Israeliten werden bei ihrem Auszug von den Ägyptern beschenkt und werden sehr reich
- Mosche befiehlt den Bnej Israel das Pessach-Opfer darzubringen: ein Lamm, das dann in der Familie gegessen werden soll
- Die Gesetze von Pessach, kein Gesäuertes zu essen, die Pflicht das Opfer darzubringen, auch in Israel
- Der Auszug aus Ägypten
- Das Gesetz, täglich Tefillin zu legen – ein Zeichen, das uns an den Auszug erinnern soll
„Dwar“ der Woche
Schemot 11:4: „Daher fuhr Mosche fort: So hat bereits G"tt gesprochen, wenn die Nacht sich wiederum teilt, trete Ich hinaus aus Mitzrajims Mitte." Als G"tt uns in der Tora beschreibt, dass Er in der zehnten und letzten Plage, der Tötung der Erstgeborenen, nach Mitzrajim kommt, um die Erstgeborenen wegzuraffen, wird der Ausdruck des Hinaustretens G"ttes benutzt. Weshalb steht es, dass G"tt aus Ägyptens Mitte hinaustritt? Es sollte doch stehen, dass G“tt nach Ägypten hineintritt und dass durch das Hineintreten der g"ttlichen Präsenz die Erstgeborenen sterben? Die Antwort darauf ist, dass die g"ttliche Präsenz und deren Lebenseinfluss ständig bei uns und mit uns ist, und nur wenn dieser Einfluss von uns weggeht, also hinaustritt, verursacht das den Tod. Der Tod ist also keine aktive Handlung G"ttes, sondern mehr das Entziehen des Lebenseinflusses, den wir ständig von G"tt zugeführt bekommen. Vielleicht kann uns dieser Gedanke dabei helfen, unser Leben mehr zu schätzen, indem wir verstehen, dass wir in jeder Minute das Leben von G"tt zugeführt bekommen.
„Maisse“ der Woche
Ein Mann besaß ein Feld, das mit Dreck und Müll bedeckt war. Er beschloss, es zu verkaufen. Der neue Besitzer säuberte das Feld und fand dort eine kostbare Wasserquelle. Er begann, Wein und Granatäpfel anzubauen. Die übrige Fläche nutzte er für den Anbau wohlriechender Kräuter. Er kümmerte sich sorgfältig um seine Pflanzen. Außerdem baute er einen Wehrturm und setzte einen zuverlässigen Wächter ein. Spaziergänger beobachteten begeistert die Wandlung des Feldes. Eines Tages ging der alte Besitzer vorüber und sah, was aus seinem Brachland geworden war. Da rief er aus: „Wehe mir! So einen Ort habe ich verkauft! So etwas Fruchtbares habe ich vertan!“ Das Volk Israel war während seines Aufenthalts in Mitzrajim wie dieses Brachstück, von Müll bedeckt. Die Freiheit machte es zu einem blühenden Wein, dessen Ruhm in der ganzen Welt erschallte. Ein triefender Schmerz für dessen früheren Herrn, den Pharao. Midrasch Schmot Rabba 20
„Konzept“ der Woche
Die Ägypter werden von G“tt mit vielerlei Plagen bestraft. Jede Plage ist schlimmer als die andere. Aber erst als die Erstgeborenen sterben, erhalten sie die ultimative Strafe. Heute wollen wir uns auf die neunte Plage, die vorletzte Plage, konzentrieren. Unsere Weisen erzählen, dass es nicht nur dunkel war, sondern die Dunkelheit spürbar war. Die Ägypter konnten sich nicht bewegen und mussten in der Situation sieben Tage lang ausharren, in der sie sich zu Beginn der Plage befunden hatten. Man kann sich aber fragen: warum schlafen wir nicht, wenn wir stehen? Warum legen wir uns hin, statt bei Müdigkeit an Ort und Stelle einzuschlafen? Die einfache Antwort ist, dass es niemandem gelingt, im Stehen einzuschlafen. Weiterhin stellt sich die Frage, was daran so schlimm war, sich tagelang nicht zu bewegen. Sie sind ja nicht verhungert. Die Intensität der Strafen wird immer größer, aber ist die Plage der Dunkelheit wirklich die ärgste Strafe, die nur noch der Tod übertrifft? Wenn ein Mensch morgens aufsteht, öffnet er das Fenster und betrachtet die farbige Welt. Leben hat nur dann eine Bedeutung, wenn es farbenfroh und interessant ist. Die Eigenschaft der vorletzten Plage war es, den Ägyptern die Lebensfreude zu nehmen. Sie hatten durch die Versklavung des jüdischen Volkes den Juden ebenfalls die Lebensfreude nehmen wollen. So wurden sie entsprechend bestraft. Jeder muss in seinem Leben darauf achten, dass er trotz der vielen Gesetze auch Farbe im Leben hat und so versucht, vollkommene Zufriedenheit zu erreichen. Erst dann versteht er wirklich, was es bedeutet, ein jüdisches Leben zu führen.
Mit freundlicher Unterstützung von HaMakor.de und Rabinner Aron Orzel






