- Das Gesetz der “Roten Kuh”. Wenn ein Mensch unrein ist, muss er sich mit Wasser besprenkeln, das mit der Asche dieser Kuh versehen ist.
- Mosches Schwester Mirjam stirbt. Der Brunnen, der Am Israel in der Wüste mit Wasser versorgt hatte, versiegt. Die Juden jammern, dass sie ohne Wasser sterben werden. Mosche gibt ihnen Wasser, indem er auf einen Stein schlägt, wird aber dafür bestraft. Er hätte nur zu dem Stein sprechen und ihn nicht schlagen sollen.
- Der Krieg um den Einzug nach Israel beginnt. Am Israel gewinnt und es geschehen viele Wunder dabei.
„Dwar“ der Woche
Der Midrasch befasst sich mit der Frage, wie die „Para Aduma“, die rote Kuh, uns rein machen soll. Ein Nichtjude fragte einmal Rabbi Jochanan, wie es sein könne, dass die Juden so etwas tun, denn es sehe ja wie Zauberei aus: man verbrennt die rote Kuh, vermischt die Asche mit Wasser, das dann auf einen unreinen Menschen gesprenkelt wird. Rabbi Jochanan erwiderte: „Hast du mal jemanden gesehen, der von einer seelischen Krankheit befallen war?“ Damals hatte man nämlich eine Mischung von Gewürzen geräuchert und sie dem Kranken ans Bett gebracht. Er wurde von diesem Geruch wieder gesund und sein Geist wieder erweckt. „So“, sagte Rabbi Jochanan, „muss auch derjenige durch ein „Wundermittel“ geheilt werden, der unrein geworden ist.“ Als der Nichtjude mit dieser Antwort nicht zufrieden war, fragten die Schüler ihren Lehrer: „Was ist denn die wahre Antwort?“
Rabbi Jochanan antwortete, dass nicht der tote Mensch die Unreinheit bringe und nicht das Wasser die Reinheit verursache. G“tt habe gesagt, dass dies das Gesetz sei – ein Befehl, den wir nicht wirklich verstehen!
Wir wissen, dass es gewisse Gebote gibt, die wir als verständlich betrachten und andere Gebote, die uns unverständlich sind. Warum hat G“tt es so gewollt, dass wir gewisse Gebote trotz fehlenden Verständnisses halten müssen? Dieser Wochenabschnitt folgt auf die Geschichte mit Korach. Korach hatte viele Fragen zu Gesetzen und auch zu Mosches Führung. Als er sich gegen Mosche stellte und auf seine Fragen keine ihn befriedigende Antwort bekam, stellte er sich gegen die gesamte Tora. Er hat die Übergabe der Tora bezweifelt. Jemand, der immer alles mit seinem Verstand nachvollziehen will, wird irgendwann an eine Grenze kommen. Es ist unmöglich, alles zu verstehen. Die Tora kommt von G“tt und hat eine Vollkommenheit, die wir nicht mit unseren Augen sehen können. Um trotzdem eine Verbindung zu haben, muss der Mensch den Glauben besitzen, dass alles einen Sinn hat. Alles kommt wirklich von G“tt und hat einen Sinn. Jemand, der diesen Zugang zu den Geboten hat, wird sich nie gegen den Grundsatz der Regeln stellen. Er kennt die Quelle der Dinge und hat Respekt davor, welche Punkte man betrachten und worüber man sich Gedanken machen kann. Auch die uns verständlichen Gesetze haben immer noch eine tiefere Erklärung, die wir nicht immer kennen oder kennen müssen.
Dieser Grundsatz braucht einen tiefen Glauben und war das Einzige, das den Juden am Berg Sinai geholfen hat, die Tora anzunehmen, obwohl sie nicht wussten, was in ihr steht. Wir werden TUN und dann genau HÖREN, wie es zu tun ist, weil wir voller Glauben sind, dass G“ttes Ideen vollkommen sind.
„Maisse“ der Woche
Bei einem Chassidischen Rebben lag immer ein Buch. Er erlaubte niemandem hineinzublicken. Wenn niemand in der Nähe war, verschloss er Tür und Fenster und die Leute sagten: „Jetzt lernt er es." Wenn jemand kam, legte er es vorsichtig beiseite. Er verbat sogar, es zu berühren. Natürlich waren alle neugierig. Als der Rebbe gestorben war, wollten seine Schüler als erstes in das geheimnisvolle Buch blicken, da ja nun niemand mehr da war, der es ihnen verbat. Es musste etwas Bedeutendes darin enthalten sein. Doch als sie das Buch öffneten, waren sie sehr enttäuscht. Es enthielt fast nur leere Seiten. Nur auf der ersten Seite stand etwas geschrieben: „Wenn Sie den Unterschied zwischen Oberfläche und Inhalt auflösen können, werden Sie weise sein."
„Konzept“ der Woche
Aron stirbt und die Wolken, von denen die Juden in der Wüste rund um das Lager beschützt worden waren, sind fort. Sie waren nur durch Arons Verdienst da. Gleich anschließend versuchen die Amalekiter diese Lücke auszunützen und einen Krieg gegen die Juden zu führen. Das Volk muss sich umdrehen und sich wieder in Richtung Ägypten wenden. Die Juden haben Angst, sich wieder lange Zeit in der Wüste aufhalten zu müssen, und demonstrieren daher. Ihre Lebensbedingungen sind zu schwer geworden. Das „Man-Brot“ wird als schlechte Ernährung bezeichnet und alle wollen nach Ägypten zurück.
Die Strafe lässt nicht lange auf sich warten. Sie kommt aber in einer sehr ungewöhnlichen Form. Schlangen erscheinen, die mit ihrem Gift viele der Nation töten. Mosche wird vom Volk angefleht, etwas dagegen zu tun. G“tt sagt, dass Mosche eine Schlangenfigur aus Kupfer herstellen soll. Jeder, der die kupferne Schlange ansieht, wird geheilt werden. Eine seltsame Heilung!
Eigentlich fragt man sich, warum das Volk plötzlich so gegen dieses Brot ist, das es 40 Jahre genossen hat, und es ein Brot nennt, das den Körper zerstört. Wie kommt es, dass der Krieg, der durch das Fehlen der schützenden Wolken stattfand, es zu Beschwerden gegen das Essen brachte? Gibt es da eine Verbindung?
Wenn wir uns die Strafe genauer ansehen, finden wir vielleicht darin eine Antwort. Die Schlangen, die G“tt als Strafe geschickt hat, waren eine spezifische Strafe für ihre Sünde. Wenn wir die Natur und die Farbe dieses Tieres betrachten, erkennen wir die der Schlange eigene Art, ihre Beute zu fangen. Das Wort Schlange heißt im Hebräischen „Nachasch“. Eine weitere Bedeutung von „Nachasch“ ist auch das Wort Zauberei. Die Verbindung zwischen Zauberei und Schlange ist ganz einfach, denn wir müssen nur sehen, wie G“tt die Natur der Schlange schuf. Wenn wir die verschiedenen Schlangenarten betrachten, stellen wir fest, dass jede eine andere Farbe hat. Das ist deswegen so, weil die Schlange ihre Beute mit einem plötzlichen Schlag tötet. Die Schlange liegt unbemerkt da und kommt dann plötzlich hervor. Daher braucht sie eine Farbe, die ihrer Umgebung genau angepasst ist, und sie sich so vor Ergreifung der Beute besser verstecken kann. Ähnliches gilt für die Zauberei, denn ein Zaubertrick wird unbemerkt durchgeführt. Wenn man genau hinsehen könnte, was bei einem Zaubertrick geschieht, würde die Wahrheit ans Licht kommen.
Die Juden haben in der Wüste ein Haus um sich gehabt: die Wolken, die um sie herum waren. Man hat gar nicht gesehen, was außerhalb passierte. Obwohl man in diesem Wunder gelebt hat, ist durch diese „Wand“ eine gewisse Blindheit entstanden, die es nicht mehr ermöglicht hat, richtig zu sehen, was G“tt eigentlich die ganze Zeit für uns getan hat.
Aron stirbt und die „Wände“ öffnen sich plötzlich, man sieht die Welt draußen. Doch die Augen sind blind, man sieht nichts, weil man vierzig Jahre nicht richtig gemerkt hat, was wirklich geschehen ist. Wieviele Rettungen und Begebenheiten sind außerhalb geschehen?
Auch bei dem „Man-Brot“ war nur ein einfaches Brot sichtbar, das aber in Wirklichkeit jeglichen Geschmack und jedes Aroma in sich hatte. Jetzt war es aber plötzlich nicht mehr das Wunder-Brot. Es hieß das „verfluchte Brot“, das uns nur körperlichen Schaden zufügt. „Wir wollen zurück nach Ägypten!“, schreit das Volk. Genau da kommt die Strafe der Schlangen, die das Unsichtbare und Versteckte an sich haben, um uns daran zu erinnern, was wir falsch gemacht haben. Wie können wir es jetzt aber wieder besser machen?
Mosche baut eine kupferne Statue in Form einer Schlange, die jeder anschauen muss, um geheilt zu werden. Nicht mit dem Hinstarren alleine, sagt uns der Talmud, sondern mit der Besinnung darauf, was dahinter steckte, erfolgte die Heilung: Öffnet eure Augen und versucht zu sehen, wie viele Geschenke wir die ganze Zeit über von G“tt bekommen haben. Durch das große Maß Seiner Güte waren sie manchmal gar nicht mehr zu sehen.






