2 Sivan 5772 - Wednesday, 23 May 2012
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Thoughts on the Weekly Parsha

Prior to his move to Erez Israel, Avichaj lived in Frankfurt. He was and remains a fan of the Jewish Experience. Avichaj is so friendly to contribute his Thoughts on the Weekly Torah Portion. If you have any questions on the Weekly Torah Portion, then feel free contact him. He will get in touch with you to answer your questions. Avichaj Schäfer.

 

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"Er nahm von den Steinen des Ortes und legte sie um (bzw. unter) seinen Kopf, und legte sich dort schlafen." [Bereschit 28:11].

Warum bettete Jaakov Avinu seinen Kopf zum Schlafen ausgerechnet auf Stein?

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Die Gemara besagt (in Traktat Baba Kamma 30a): "Wer ein Chassid (d.h. ein frommer Mensch) sein moechte, solle die Gesetze von "Nesikin" (woertlich uebersetzt: "Schaedigungen") beachten" - mit anderen Worten: Er soll sich davor hueten, anderen irgendeinen Schaden, sei es am Koerper, sei es am Eigentum, zuzufuegen; Raba (Raba bar Josef bar Chama) sagte aus, der Mensch solle die "Avot", d.h. die Sprueche (bzw. Weisheiten) der Vaeter - bekannt auch als das Buch der Ethik - beachten; andere wiederum sagen, der Mensch solle die Gebote der "Berachot" (d.h. der Segnungen) beachten, und dadurch die Allmacht G"TTES anerkennen, IHN preisen, sowie sich bei IHM fuer alles im Leben dankbar zeigen. Das hebraeische Wort fuer Stein - "Even" - ist auch ein Akrostichon, gebildet aus den Begriffen "Avot, Berachot und Nesikin."

Als sich Jaakov Avinu darauf vorbereitete, in die Welt der Fremde hinauszuziehen, beschloss er zunaechst, als "Chassid" zu gehen. Das Platzieren der Steine um, bzw. unter seinen Kopf kann also insofern auch als ein Ausrichten seiner Gedanken nach allen drei zuvor genannten Bestrebungen - Avot, Berachot und Nesikin - verstanden werden.

Vereint unterstreichen diese drei Fundamente des Judentums, dass jedes von ihnen gleichsam wichtig ist, und dass sich mit allen drei gemeinsam ein "beit Elokim" - ein "Haus G"TTES" - bauen laesst.

Darueber hinaus kann man auch sagen, dass "Berachot" - Anerkennung von sowie Dankbarkeit gegenueber G"TT - ein Hinweis auf die Beziehung zwischen G"TT und Mensch ist; "Nesikin" - die Obhut im Umgang mit anderen - repraesentiert demnach die Beziehung zwischen Menschen untereinander. Um jedoch beispielhaft zu sein, bedarf es noch diese beiden Bereiche mit den Lehren unserer Vorfahren - mit den "Avot" - in Einklang zu bringen.

Schabbat Schalom!

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Die Parascha in Kürze
  • Das Versprechen, dass es uns auch materiell gut gehen wird, wenn wir die Tora hüten
  • Sich an das über der Natur stehende Leben in der Wüste (wie z. B. das Man-Brot) zu erinnern und zu wissen, dass alles Materielle von G“tt kommt, obwohl wir nach dem Einzug in Israel arbeiten müssen
  • G“tt hat uns schon seit der Zeit der drei Stammväter auserwählt
  • Die Auserwählung Eretz Jisraels als unser Heimatland und damit die Fortsetzung des „Schema“
  • die Wichtigkeit, sich speziell in Israel an die Gesetze zu halten

Torah_rolle„Dwar“ der Woche

Mosche mahnt uns (9:4-6), uns nicht einzureden, dass es unser Verdienst sei, wenn wir nach Eretz Jisrael einziehen. Im Gegenteil: die bisher dort ansässigen Völker haben sich nicht so an diesem heiligen Ort benommen, wie es angebracht gewesen wäre. G“tt hat außerdem den Stammvätern das Versprechen gegeben, dass ihre Nachkommen ins Land einziehen werden.

In diesem Wochenabschnitt wird detailliert beschrieben, welche Sünden und Verfehlungen die Nation in der Wüste begangen haben und gemahnt, dass sie sich so nicht im Heiligen Land verhalten dürfen. Es ist ja nicht ihr eigenes Verdienst, weshalb sie das Land bekommen werden, sondern sie erhalten es aufgrund des Verdienstes der Väter.

Warum aber muss in unserer Parascha in aller Ausführlichkeit darüber gesprochen werden? Warum muss so betont werden, dass wir nur im Land werden bleiben können, wenn wir es durch unser Verhalten auch selbst verdienen?

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Die Geschichte von dem "gestohlenen Segen" wird zumeist im Kontext eines Wettstreits zweier Brueder um das Erbe von Avraham und Yitzhak Avinu verstanden, bei welchem Yitzhak irrtuemlich Esav als den wuerdigeren Erben betrachtet, waehrend Rivkah, die wahre Natur ihres aelteren Sohnes erkennend, einen Plan entwirft, der Jaakov im entscheidenden Moment an Esav Stelle platziert (um den Segen zu erhalten).

Bei genauerer Betrachtung jedoch, kann man der Thora entnehmen, dass Yitzhak sich sehr wohl der Unterschiede seiner zwei Soehne bewusst war. Jaakov verriet sich beinahe selbst, als er auf die Frage seines Vaters, wie er so schnell Wild aufgetrieben habe, antwortete, "HASH"M, Dein G"TT, hat es mir entgegen geschickt"; Yitzhak wusste, dass Esav nicht so spricht und hegte deswegen bereits Verdacht, dass in Wahrheit Jaakov und nicht Esav vor ihm stand.

Und tatsaechlich, am Ende dieser Geschichte wird es ersichtlich, dass Yitzhak in Wahrheit nie beabsichtigte, Esav das spirituelle Erbe von Avraham Avinu anzuvertrauen -- dass heisst, das G"ttliche Versprechen, ihn zu einer grossen Nation werden zu lassen und ihm das Heilige Land (Eretz Israel) als ewiges Erbe zu geben.

Als Esav entdeckte, dass sein Bruder Jaakov den Segen erhielt, bat er seinen Vater Yitzhak, "Segne auch mich Vater!" - "Aber ich habe ihn ueber dich gesetzt", entgegnete ihm Yitzhak, "ich gab ihm (den Segen von) Korn und Most. Was kann ich da noch Dir geben?" - "Hast du denn nur diesen Segen uebrig?" schluchzte Esav, "Segne auch mich Vater!" Schliesslich gab Yitzhak auch Esav einen Segen, und zwar, dass "fern vom Fett der Erde seine Heimat sein werde, sowie fern vom Tau des Himmels" (der Segen ueber das Fett der Erde und den Tau des Himmels wurde bereits Jaakov zu Teil); sollten aber die Nachfahren Jaakovs sich ihres Segens als unwuerdig erweisen, wuerden sie ihren materiellen Vorteil gegenueber Esav verlieren. Dies war das Beste, was Yitzhak seinem aeltesten Sohn geben konnte.

Aber schon im naechsten Kapitel lesen wir, wie Yitzhak Jaakov zu sich ruft..... und ihn segnet: "Moege der Ewige dich segnen, dich fruchtbar machen und dich vermehren, und du sollst zu einer grossen Nation werden. Und ER lasse dir den Segen Avrahams zu Teil kommen, dir und deinen Nachkommen, dass du das Land in Besitz nehmen wirst, in welchem du lebst, (das Land) welches G"TT Avraham zum Besitz gegeben hat." --  Segensworte, die in den frueheren Segnungen beider Soehne nicht zu finden sind.

Yitzhak beabsichtigte also nie, Esav zum Stammvater des Juedischen Volkes zu machen - dachte nie daran, Esav das Heilige Land zum Erbe zu geben - erwog nie, Esav "den Segen Avrahams" zu vererben. Von Anfang an hatte Yitzhak zwei separate Segnungen fuer seine Soehne vorgesehen (was Esav auch gespuehrt haben mag, als er fragte: "Hast du denn nur diesen Segen uebrig?"): Jaakov sollte das spirituelle Erbe Avraham Avinu's bekommen, waehrend Esav die Segnungen der materiellen Welt erhalten sollte.

Yitzhak wuenschte sich, dass seine Soehne eine Partnerschaft eingehen wuerden: Der gelehrige und weltabgewandte Jaakov sollte sich mit spirituellen Dingen beschaeftigen, waehrend Esav sich mit seiner List und Weltlichkeit der konstruktiven Entwicklung der materiellen Welt widmen sollte - im Einklang mit und zur Unterstuetzung der heiligen Bemuehungen seines Bruders Jaakov.

Rivkah jedoch widersprach dieser Idee, sie vertrat die Auffassung, dass beide Welten (d. h. beide Segnungen) Jaakov gegeben werden muessten. Es duerfe keine "zwei Ressorts" geben, da die materielle Welt nicht auch noch Materialisten anvertraut werden darf. Denn nur wer im Geiste G"TTES (d. h. im Geiste der Thora) verankert ist, kann letztlich auch wissen, wie man mit der Schoepfung G"TTES (d. h. mit der materiellen Welt) richtig umgeht. Nur wer eine spirituelle Perspektive und ein auf Thora beruhendes Wertesystem besitzt, ist letztlich in der Lage, die physische Realitaet zu meistern, anstatt von ihr beherrscht zu werden.

Schabbat Schalom!

 

* basierend auf den Lehren des Lubavitcher Rebben
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Rambam versteht den Vers "ein Stern wird aufgehen..." als einen Hinweis auf Koenig David und Maschiach. Der Jerusalemer Talmud hingegen sieht in der Metapher "Stern" eine Referenz zu jeden einzelnen Juden (Ma'aser Scheni 4:6).

Auf den ersten Blick erscheinen diese zwei Sichtweisen als widerspruechlich, repraesentiert Maschiach doch die groesstmoeglich denkbare Vollkommenheit eines Menschen, wohin gegen "jeder einzelne Jude" selbst das einfachste Individuum mit einschliesst. Wie auch immer, dieser scheinbare Widerspruch kann durch eine grundlegende Lehre des Baal Schem Tov aufgeloest werden, der nach jeder einzelne Jude einen "Funken" von der Seele Maschiach's in sich traegt (siehe Me'or Enayim, von Rabbi Nachum aus Chernobyl). Der Passuk "ein Stern wird aufgehen von Yaakov" bezieht sich also auf Maschiach selbst, sowie auch den "Funken" von Maschiach in jedem von uns.

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Die Parascha in Kürze
  • Mosche fleht und betet zu G“tt, doch noch nach Israel mitgehen zu dürfen
  • Erinnerung daran, die 613 Mitzwot zu halten, nichts wegzulassen und nichts hinzuzufügen
  • Die Strafe für das Nichteinhalten der Tora wird erklärt: Exil
  • Die Zehn Gebote werden wiederholt
  • Verbot, sich nach dem Einzug in Israel von den Kanaanitern beeinflussen zu lassen

Torah_scroll„Konzept“ der Woche

Der Schabbat dieser Woche hat den Namen „Schabbat Nachamu" – Schabbat des Trostes. Nach der Trauer an Tischa BeAw wollen wir uns jetzt trösten und lesen in der Haftara an diesem Schabbat die erste der sieben Haftarot der Tröstung. In ihr spricht der Prophet Jeschaja von der Erlösung des jüdischen Volkes und dies soll uns Trost sein für unseren Schmerz über den Verlust des Tempels. Können wir uns aber damit trösten, wenn wir doch nach dem Trauertag im gleichen Zustand sind? Was bedeutet es wirklich, jemanden bei einem Verlust zu trösten? Was wollen wir mit dem Trost erreichen? Wenn jemand über den Verlust eines ihm nahestehenden Menschen trauert, fragen wir uns, was wir mit dem Trost ändern können.

Der Talmud erzählt, dass man bei einem Kranken nicht am Kopfende seines Bettes sitzen soll. Denn dort ist die Schechina, in deren Nähe man sich nicht setzen soll. Der Maharal erläutert, warum es gerade der Kranke verdient, dass sich ihm G"tt nähert. Es gibt dafür zwei Gründe, die zusammengenommen einander ähneln. Der Mensch ist von Natur aus gesund. Wenn er krank wird, verliert er seine naturgegebene Kraft, seine Routine ändert sich, sein Lebenswille und auch die meisten seiner Fähigkeiten sind reduziert. Wegen dieser Schwächen gibt G"tt dem Kranken eine zusätzliche Kraft, damit er die fehlenden Aspekte auf anderem Wege zurückerhält. Dazu kommt, dass sich der Kranke schwach fühlt und einsieht, dass ein Mensch ohne G"ttes Hilfe nicht existieren kann. Aufgrund dieser Erkenntnis wird er mit der g"ttlichen Nähe belohnt. Beide Gründe haben dieselbe Ursache und es kommt der erste Teil von G"ttes Seite, während der zweite der Verdienst des Menschen ist. Je mehr der Mensch seine Hilflosigkeit einsieht, desto mehr kann er die Nähe zu G"tt fühlen.

Wenn wir einen trauernden Menschen trösten, sagen wir nicht, dass der Verstorbene wirklich sterben musste, sondern wir erkennen seinen Schmerz als solchen an. Wir hören ihm zu und verstehen, wie groß der Verlust wirklich für ihn ist und wie sehr es ihn schmerzen muss. Die Erkenntnis des Verlustes gibt dem Trauernden Stärke, weil er sieht, dass andere es mit ihm erleben und die eigene Hilflosigkeit ihn dazu bringt, seine Gefühle mit anderen zu teilen. Dadurch lässt er eine gewisse Nähe zu, die es dem Menschen ermöglicht, sich wirklich trösten zu lassen.

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