2 Sivan 5772 - Wednesday, 23 May 2012
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Das Wort Eikev bedeutet übersetzt soviel wie "weil" oder "in folge dessen", wie in dem ersten Satz dieses Wochenabschnitt geschrieben steht: "In folge dessen, dass ihr auf die Gebote hört..." Eine weitere Bedeutung des Wortes Eikev ist "Ferse". Im Zusammenhang mit unserer Parascha hat dies zweierlei Bedeutung: 1.) Dass wir achtsam bei der Befolgung gerade auch der relativ "kleinen" Gebote, die wir leicht "mit unseren Fersen treten", sein sollen (siehe hierzu Raschi). 2.) Unsere Weisen Z"L bezeichnen die Zeit bzw. Epoche kurz vor dem Erscheinen von Maschiach auch als "die Ferse von Maschiach". Daher, so erklärt der Tzemach Tzedek (der dritte Lubavitscher Rebbe), bezieht sich der erste Satz dieser Parascha auch auf die Vor-Messianische Zeit, wenn das Volk eventuell "diese Gebote erhören wird" und zu G"TT zurückkehrt (Or HaThora). Doch welche Verbindung besteht nun zwischen diesen beiden Interpretationen?

Die Abwesenheit des Heiligen Tempels und die damit verbundene Galut haben ganz eindeutig einen negativen Effekt auf die spirituelle Situation des Jüdischen Volkes. In der Zeit der beiden Tempel war der spirituelle Kern des Judentums leicht erreichbar und das Volk empfand es allgemein als einfach, eine tiefe und inspirierte spirituelle Beziehung zu ihrem Schöpfer zu haben. In der Zeit des Exils jedenfalls ist es hingegen bereits sehr schwer, allein die Gebote an und für sich zu beachten, von einer die Gebote begleitenden spirituellen und gleichbleibenden Wertschätzung gar nicht zu sprechen...

Und dennoch hat diese relativ "uninspirierte" und schwierige Epoche einen gewissen Vorteil gegenüber den spirituell erfüllten Generationen der Tempelzeit. Letztlich ist es "unsere" Generation, die wahre Hingabe an Jüdische Werte demonstriert, gerade weil wir trotz der Schwierigkeiten G"TT stets zu lieben und zu fürchten, uns weiterhin an IHN hängen. Auch wenn wir G"TT momentan nicht wirklich sehen oder fühlen können, da wir bloß die "Ferse" spiritueller Empfindsamkeit sind, so ist genau dies unser "Vorteil": Wir dienen G"TT unabhängig unserer eigenen Empfindungen oder Inspiration - und dies ist ein Zeichen von wahrer Ergebenheit und Treue.

In dieser Art der Ergebenheit die Ferse von Maschiach erreicht zu haben, werden wir nicht mehr selbst die "kleinen" Gebote treten wollen; da ein Unterschied zwischen "kleinen" und "großen" Geboten nur noch für denjenigen von Interesse sein wird, der die jeweilige Gewichtung und den spirituellen Wert eines jeden einzelnen Gebotes versteht und abwägt, eben so wie zur Tempelzeit.

Die Größe unserer Generationen jedenfalls ist unser "einfacher" Glaube. Unsere unkompliziertes Festhalten an unserem Judentum verbindet uns mit der Einheit G"TTES, mit dem G"TTlichen "ECHAD".

* basierend auf Likutei Sichot, Vol. 9, S. 71ff.

* basierend auf der Sicha, 4. Nacht Chol Ha'moed Sukkoth 5746.

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