2 Sivan 5772 - Wednesday, 23 May 2012
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Die dieswoechige Parascha beginnt mit: "Ki Teze Le'Milchama Al Oyvecha" - "Wenn Du gegen Deine Feinde in den Krieg ziehst" [Dewarim 21:10]

Dieser Passuk kann als Hinweis auf "das Herabsteigen einer Seele in diese Welt" verstanden werden. Der urspruengliche Zustand einer Seele - d.h. in den oberen spirituellen Welten, bevor sie in die physische Existenz dieser Welt gelangt - kennt weder Konflikte noch Kriege. Wenn jedoch eine Seele "hinaus zieht" von ihrer urspruenglichen Umgebung und in die physische Existenz dieser Welt hinabsteigt, wird sie mit vielen spirituellen Konflikten konfrontiert, die sie manchmal zwingen, in den Kampf zu ziehen.

Unsere Welt - wie wir sie kennen - existiert, weil G"TT eine Wohnstaette in den unteren Dimensionen physischer Existenz erschaffen wollte (siehe u.a.: Midrasch Tanchuma, Paraschat Bechukotai; Sefer Tanja, Kap. 33 und 36). Dies bedeutet, dass das physische Universum IHM als Ort dient, in welchem Sein "Wesen" sich offenbaren kann. Wie aber aus dem Begriff "niederen Welten" verstanden werden kann, ist Gottes Existenz nicht ohne weiteres in unserer Umwelt ersichtlich. Im Gegenteil, die materielle Natur dieser Welt scheint mit allem was Heilig ist, im Widerspruch zu stehen. Folgerichtig wird man das Zusammenspiel beider Entitaeten auch als Konflikt wahrnehmen.

Dies spiegelt sich auch in dem Begriff bzw. Konzept von Krieg im spirituellen Sinne, wie ihn die Thora hier bezeichnet, wieder - naemlich jener Konflikt, der damit verbunden ist, die selbst niedrigsten Formen physischer Existenz in eine Wohnstaette fuer die Heiligkeit G"TTES zu verwandeln.

Ein Mensch braucht sich jedoch vor dieser Aufgabe nicht zu fuerchten. Im Gegenteil, ihm wird G"ttlicher Segen zugesagt. Dies koennen wir aus den bereits erwaehnten Worten unseres Passuks entnehmen, denn es heisst "Al Oyvecha" -- ueblicherweise uebersetzt mit "gegen Deine Feinde". Wortwoertlich bedeuten diese Worte jedoch "ueber Deine Feinde", was das Versprechen vermittelt, dass wenn unsere Seele auch in diese physische Welt hinabsteigt und mit vielen Herausforderungen zu kaempfen hat, sie dennoch "ueber ihren Feinden" steht und stets die Macht besitzt, diese zu bezwingen und alle Herausforderungen zu meistern.

Da das Innerste unserer Seele ein originaerer Teil von G"TT ist, bewahrt sie auch ihre Faehigkeit, jederzeit von allen weltlichen Einfluessen unbeeinflusst zu bleiben. Mehr noch, unsere Seele hat nicht nur die Macht mit Schwierigkeiten fertig zu werden, sondern darueber hinaus das Potenzial die eigene Umwelt zu veraendern.

Dies ist sodenn auch die Art von "Kampf", welcher die innersten Kraefte einer Seele zur Geltung bringen kann, er zwingt naemlich einen Menschen dazu, sich seiner inneren Staerke zu bedienen. Und die Suche nach dieser inneren Staerke fuehrt einen Menschen letztlich zum Bewusstsein des G"ttlichen Ursprungs all seiner menschlichen Faehigkeiten. Mit diesem Bewusstsein lassen sich sodenn auch alle Herausforderungen des Lebens meistern und Goettlichkeit laesst sich in allen Lebenslagen hinein in diese Welt bringen.

Schabbat Schalom!

* basierend auf Sefer HaSichot 5750, Band 2; Sefer HaSichot 5751, Band 2. 

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