2 Sivan 5772 - Wednesday, 23 May 2012
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Die 42 Reisestationen der Jüdischen Seele

Der Baal Schem Tov lehrt uns [zitiert in: Degel Machane Efraim, Parschat Ma'ase], dass Save die 42 Reisestationen, die in der dieswöchigen Parascha aufgezählt werden, sich im Leben eines jeden einzelnen Juden wiederspiegeln. Die Geburt ist dabei mit dem unmittelbaren Auszug aus Aegypten gleichzusetzen, und von da an durchläuft jeder Jude 42 Stationen in seinem Leben, bis schließlich zu seinem "Einzug in das Heilige Land". Diese Lehre wirft folgende pikante Frage auf: Einige der Reisestationen, von denen uns die Thora berichtet, waren Orte, an denen das Jüdische Volk gegen den Willen G"TTES verstoßen hat. Warum sollte die G"ttliche Vorsehung unser Leben ausgerechnet nach einem Muster formen, das zum Teil dem Willen G"TTES zuwiderläuft?!

Aus der Lehre des Baal Schem Tov jedoch können wir schließlich folgern, dass die Reisestationen an und für sich, allesamt Stationen von Heiligkeit waren. Dem Menschen wurde ein freier Wille mit auf seinem Lebensweg gegeben, und von daher ist er grundsätzlich auch dazu fähig, entgegen dem Willen G"TTES zu handeln. Die Absicht dahinter ist allerdings die, dass der Mensch sich von sich aus "letztlich für den Weg des Lebens entscheidet" [siehe hierzu: Dewarim 30:19]. Und wenn wir einmal diese Entscheidung (für das Leben) agrundsätzlich getroffen haben, sind alle weiteren Stationen auf unserem Lebensweg im Endeffekt von aufsteigender Natur.

Zum Beispiel bei der Begebenheit der "Kivrot HaTa'ava" (Gräber der Gelüste): Hier wurden Juden, die wegen ihrer maßlosen Begierde nach Fleisch starben, von anderen Juden begraben [siehe Bamidbar 11:15]. Diese Station auf der Wanderschaft durch die Wüste, hatte jedoch das Potenzial, jene Juden auf ein höheres spirituelles Niveau zu heben - wenn sie denn ihre Begierde "begraben" hätten, anstatt ihr nachzugeben - und schließlich dadurch selber begraben wurden.

Jeder Mensch Weiß intuitiv, welche Stationen in seinem Leben er positiv und welche er nicht oder weniger positiv genutzt hat. Mit Blick auf die Zukunft jedoch, kann es jeder von uns schaffen, jede noch kommende Station im Leben zu einem positiven Ziel zu führen. Dies trifft umso mehr zu, wenn ein Mensch sich einmal grundsätzlich für den "Weg des Lebens" entschieden hat, welcher ihn mit dem "Baum des Lebens" - d. h. mit der inhärenten Weisheit der Thora - verbindet. Weil die Kraft von "Pnimiut HaThora" (die innere Weisheit von Thora) jenes positive Potenzial, welches allen Dingen innewohnt, offenbart - und selbst negative Aspekte letztendlich in positive umwandelt. Eine nicht so positive Station im Leben dient somit letztlich nur dem Zweck, sich mit noch mehr Kraft zu einem weitaus höheren Ziel aufzuschwingen.

Schabbat Schalom!

* basierend auf Sichot Schabbat Paraschat Matot-Ma'ase, 5719.

 

 

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