2 Sivan 5772 - Wednesday, 23 May 2012
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Die dieswoechige Parascha beginnt mit der Einleitung: "Sot Tihyeh Torat HaMetzora", d. h. "Dies sind die Gesetze ueber den vom Aussatz befallenen" (Vayikra 14:2)

Weswegen wird diese Form von Aussatz eigentlich mit dem hebraeischen Begriff "Metzora" bezeichnet?

Die Gemara (in Traktat Arachin 15b) besagt, dass ein wesentlicher Grund fuer das Leiden an Metzora in der Schuld von "Laschon Hara", d. h. von schlechter Nachrede, liegen kann.  Der Begriff "Metzora" ist indes auch eine Kombination der beiden Woerter "Motzi" und "Ra" - was soviel bedeutet wie "jemand der Schlechtes hervorbringt" (d. h. ueber andere Menschen). Die Suehne hierfuer ist sodenn die "Nega Tzara'at", d. h. das Leiden an Aussatz.

Die Torah verbietet Laschon Hara mit der Anweisung: "Lo Telech Rachil Be'Amecha" - "Du sollst kein Verleumder unter deinem Volk sein" (Vayikra 19:16). Diese Worte haben im Hebraeischen den Zahlenwert (die Gematria) von 883, der gleiche Zahlenwert wie auch die Worte "Nega Tzara'at". Dies zeigt, dass die Suende sowie deren Suehne exakt dem Prinzip von "Midah Keneged Midah" - d. h. "Mass fuer Mass" entspricht.

Der Midrasch berichtet, dass Rabbi Schimon Ben Gamliel eines Tages seinen Diener auf den Markt schickte, mit der Anweisung: "Bringe mir das Beste, was Du auf dem Markt finden kannst". Der Diener kam zurueck mit Zunge. Ein anderes Mal schickte Rabbi Schimon Ben Gamliel seinen Diener auf den Markt mit den Worten: "Bringe mit das Schlechsteste, was Du auf dem Markt finden kannst". Und wiederum kam der Diener mit Zunge vom Markt zurueck.

Rabbi Schimon Ben Gamliel war darueber aufgeschreckt und fragte seinen Diener: "Wie kommt es, dass du mir als das Beste, was Du auf dem Markt findest, Zunge bringst und ebenfalls Zunge, als das Schlechteste, was Du auf dem Markt findest?" Darauf antwortete ihm der Diener: "Weil es nichts besseres gibt, als eine Zunge, die Gutes ueber andere spricht - und es nichts Schlechteres gibt als, eine Zunge, die schlecht ueber andere spricht."*)

BS"D - erlaubt sich der Editor, anschliessend einen eigenen Gedanken zum Wochenabschnitt hinzuzufuegen:

In den meisten Jahren werden die Wochenabschnitte Tazria und Metzora zusammen gelesen. In Schaltjahren hingegen, werden diese beiden Wochenabschnitte separat gelesen, wobei der zweite Wochenabschnitt "Metzora" dann in der Regel kurz vor das Pessachfest faellt. Ist hier ein Zusammenhang zwischen Paraschat Metzora und Chag Ha'Pessach erkennbar?

Es ist (wie oben erklaert) bekannt, dass unsere Weisen s. A.  das Leiden von "Nega Tzara'at" mit der Suende von Laschon Hara (schlechter Nachrede), in Verbindung bringen. Letzten Endes ist Laschon Hara aber - selbst bei einem an und fuer sich gerechten Menschen - ein Ausfluss an einem gewissen Mass von Ueberheblichkeit (in spirituellem Sinne), oder umgekehrt mit einem Mangel an Demut verbunden. Die Parascha Metzora beginnt mit der Einleitung: “Sot Tihye Torat Ha'Metzora”….

Wenn man von dem Wort "Ha'Metzora" die beiden letzten Buchstaben Resch und Ayin (die Schlechtes bedeuten) entfernt - sozusagen das Boese im Menschen eliminiert - verbleiben die hebraeischen Buchstaben He, Mem und Zaddik, mit denen sich auch der Begriff bzw. das Wort Mazzah bilden laesst, welcher letztlich fuer absolute Demut und Selbsthingabe steht.

*) basierend auf Vedibarta Bam, Vol. 3 - Vayikra.
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